Im Zeichen der Wikinger: Ein Dirk-Pitt-Roman - Brossura

Libro 16 di 27: Die Dirk-Pitt-Abenteuer

Cussler, Clive

 
9783442360147: Im Zeichen der Wikinger: Ein Dirk-Pitt-Roman

Sinossi

2500 Passagiere genießen die Jungfernfahrt auf der "Emerald Dolphin" im Pazifik, bis das Kreuzfahrtschiff in einem Flammeninferno untergeht. Während Dirk Pitt und seine NUMA Überlebende retten, ist die Ursachenforschung bereits in vollem Gang. Der Verdacht fällt auf das neu entwickelte Antriebssystem. Doch schon bedrohen weitere Katastrophen die Welt. Der Untergang der "Emerald Dolphin" erweist sich als Vorbote einer unfassbaren Verschwörung ...


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Informazioni sull?autore

Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein "New-York-Times"-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebt in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.

Estratto. © Ristampato con autorizzazione. Tutti i diritti riservati.

Sie glitten durch den Morgennebel wie Gespenster, lautlos und in schaurig anzuschauenden Geisterschiffen. Hoch und anmutig geschwungen wie ein Schlangenleib, ragten Vor- und Hintersteven auf, gekr�nt von kunstvoll geschnitzten Drachenh�tern mit drohend gefletschten Z�en, als sp�en sie auf der Suche nach Opfern selbst durch den dichtesten Dunst. Angst sollten sie s�lichen Feinden einjagen, aber die Besatzung glaubte auch, dass die Drachen Schutz vor den b�sen Geistern boten, die im Meer hausten.
�er eine grimmige See war die kleine Schar mit ihren langen, schnittigen schwarzen Schiffen gekommen, die elegant wie Bachforellen �ber die Wellen glitten. Lange Ruder ragten aus den Pforten zu beiden Seiten des Rumpfs, tauchten ins dunkle Wasser und trieben die Schiffe durch die D�nung. Schlaff hingen die rechteckigen, rotwei�gestreiften Segel in der Flaute am Mast. Kleine Klinkerboote, rund f�nf Meter lang, in denen zus�liche Fracht bef�rdert wurde, waren am Heck vert�.
Sie waren die ersten Einwanderer in diesem Landstrich, Vorl�er all jener, die viel sp�r noch kommen sollten - M�er, Frauen und Kinder mitsamt ihrem Vieh und all ihrer k�lichen Habe. Die gef�lichste aller Routen, auf der die Nordm�er die Meere durchkreuzten, die gro� Fahrt �ber den Nordatlantik, hatten sie gemeistert. Ungeachtet aller Schrecken, die sie auf dem weiten, unbekannten Ozean erwarteten, waren sie losgesegelt, hatten Treibeisfelder �berwunden und orkanartigen Winden getrotzt, gegen m�tige Wogen gek�ft und heftige St�rme aus S�dwest durchgestanden. Die meisten hatten �berlebt, doch die See hatte auch ihren Tribut gefordert. Zwei der acht Schiffe, mit denen sie in
Norwegen aufgebrochen waren, waren auf Nimmerwiedersehen verschollen.
Nach langer, beschwerlicher Fahrt erreichten die Kolonisten schlie�ich die K�ste von Neufundland. Doch statt bei L'Anse aux Meadows zu landen, dort, wo einst Leif Eriksson eine Siedlung gegr�ndet hatte, wollten sie weiter nach S�den, in w�ere Gefilde vordringen und sich dort niederlassen. Nachdem sie eine riesige Insel umsegelt hatten, steuerten sie in Richtung S�dwest und stie�n auf eine lange Landzunge, die sich vom Festland aus gen Norden zog. Sie umrundeten zwei flache Inseln und fuhren dann geschlagene zwei Tage an einem weiten Sandstrand vorbei - ein wundersamer Anblick f�r diese Menschen, die ihr Lebtag lang nur schroffe Felsenk�sten gekannt hatten.
Eine weite Bucht tat sich vor ihnen auf, als sie um die �erste Spitze des endlos langen Sandstreifens segelten. Unverz�glich nutzte die kleine Flotte die einlaufende Flut und fuhr in Richtung Westen, in ruhigere Gew�er. Doch kurz darauf geriet sie in eine Nebelwand, die sich wie eine dumpfe Decke �ber das Gew�er breitete. Fahl und verschwommen stand die orangefarbene Sonnenscheibe �ber dem unsichtbaren Horizont. Mit lauten Zurufen beratschlagten die Bootsf�hrer miteinander und verst�igten sich schlie�ich darauf, hier vor Anker zu gehen, bis zum n�sten Morgen abzuwarten und darauf zu hoffen, dass sich der Nebel bis dahin verzogen hatte.
Als der neue Tag anbrach, hing nur mehr ein leichter Dunst �ber der Bucht, die gen Westen hin zusehends schm�r wurde und in einen Fjord �berging, aus dem ein Fluss ins Meer m�ndete. Die M�er legten die Ruder aus und pullten in die Str�mung, w�end ihre Frauen und Kinder schweigend auf die d�steren Felsw�e starrten, die am Westufer hoch �ber den Masten aus dem d�nner werdenden Nebel ragten. Unglaublich riesig kamen ihnen die B�e in dem bewaldeten H�gelland hinter dem Kamm vor. Zwar hatten sie bislang noch keine Menschenseele zu Gesicht bekommen, doch sie nahmen an, dass zwischen den B�en Sp�r verborgen waren. Jedes Mal, wenn sie an Land gegangen waren, um Wasser zu fassen, waren sie von Skr�ngarn behelligt worden, wie sie die Eingeborenen dieses fremden Landes nannten, das sie besiedeln wollten. Allzu freundlich waren ihnen diese Skr�ngar offenbar nicht gesonnen, denn mehr als einmal schon hatten sie ihre Schiffe mit einem Pfeilhagel eingedeckt.
Bislang hatten sie ihre �bliche Kampfeslust bez�en m�ssen, hatte ihnen doch Bjarne Sigvatson, der F�hrer ihrer fahrenden Schar, keinerlei Gegenwehr erlaubt. Er wusste wohl, dass auch andere Kolonisten aus Vinland und Gr�nland von den Skr�ngar angegriffen worden waren, woran die Wikinger schuld waren, die aus purer Mordgier zahlreiche unschuldige Bewohner dieses Landes umgebracht hatten. Auf dieser Fahrt, so hatte Sigvatson gefordert, sollten die Eingeborenen freundlich behandelt werden. Denn seiner Meinung nach hing das Gedeihen der ganzen Kolonie davon ab, dass sie ohne Blutvergie�n Handel mit den Einheimischen treiben, von ihnen Pelze und Nahrungsmittel im Tausch gegen billige Waren erwerben konnten. Trotzdem hatte er, im Gegensatz zu Thorfinn Karlsefni und Leif Eriksson, die bei fr�heren Fahrten von den Skr�ngarn vertrieben worden waren, eine Reihe unerschrockener, bis an die Z�e bewaffneter M�er um sich geschart, lauter kampferprobte Norweger, die sich in zahlreichen Schlachten mit ihren Erzfeinden, den Sachsen, bew�t hatten. Krieger, die mit der einen Hand den Speer f�hrten, mit der anderen die Streitaxt, dazu ein Langschwert um die Schulter geschlungen hatten, und die als die besten K�fer ihres Zeitalters galten.
Die Flut stieg bis weit in den Fluss hinauf und erleichterte den Ruderern das Vorankommen in der Str�mung, die allerdings aufgrund des geringen Gef�es ohnehin nicht allzu stark war. An der M�ndung war der Strom nur etwa eine dreiviertel Meile breit gewesen, doch jetzt waren es gut und gerne zwei Meilen von der Felswand im Westen bis zu dem sanft ansteigenden, von �ppig gr�nen Pflanzen �berwucherten Ostufer.
Sigvatson, der den Arm um den mit einem gro�n Drachenkopf verzierten Vorsteven des f�hrenden Schiffes geschlungen hatte und durch den schwindenden Dunst in die Ferne sp�e, deutete auf einen schattigen Fleck in den steilen Felsklippen, die hinter der n�sten Biegung aufragten. �Pullt zum linken Ufer�, befahl er den Ruderern. �Dort scheint mir eine H�hle zu sein, in der wir �ber Nacht Schutz finden k�nnen.�
Als sie n�r kamen, sahen sie den dunkel drohenden Eingang einer �berfluteten Grotte vor sich, der so breit war, dass ein Schiff hindurchpasste. Sigvatson sp�e in das Zwielicht und stellte fest, dass sich hinter dem H�hlenschlund eine Fahrrinne befand, die tief in die Felswand hineinf�hrte. Er gebot den anderen Bootsf�hrern Einhalt und lie�den Mast seines Schiffes umlegen, damit es unter dem niedrigen Bogen aus blankem Gestein hindurchgleiten konnte. Die Einfahrt war voller Strudel und Gegenstr�mungen, doch die erfahrenen Ruderer meisterten sie m�helos, obwohl sie die Riemen ein St�ck einziehen mussten, damit sie nicht links und rechts an die Felsen schlugen.
Die Frauen und Kinder beugten sich unterdessen �ber die Bordwand und starrten in das kristallklare Wasser, auf den blanken Felsengrund gut f�nfzehn Ellen tiefer und die Fischschw�e, die sich dar�ber tummelten. Beklommen musterten sie die hohe Decke der H�hle, in die gut und gern dreimal so viele Wikingerschiffe passten, als ihre kleine Flotte z�te. Zwar waren bereits ihre Vorfahren zum Christentum bekehrt worden, doch noch immer hielten sie an alten heidnischen Br�hen fest, wonach Grotten und H�hlen Heimst�en der G�tter waren.
Die W�e im Innern der Grotte, die rund zweihundert Millionen Jahre zuvor beim Abk�hlen von geschmolzenem Vulkangestein aus den umliegenden Bergen entstanden war, waren von den Wellen eines uralten Meeres ausgefr� und glatt geschliffen worden. Weder Moose noch Flechten hingen von der blanken, wie eine Kuppel gew�lbten Decke. Erstaunt stellten sie fest, dass es auch keine Flederm�e gab und dass ein Gro�eil dieser unterirdischen Kammer trocken war. Das Wasser endete an einem Felssims, der etwa drei Ellen hoch anstieg und sich nahezu zweihundert Schritte weit ins Innere der Grotte erstreckte.
Sigvatson rief den anderen Bootsf�hrern vom H�hleneingang aus zu, dass sie ihm folgen sollten. Dann hoben seine Ruderer die Riemen aus dem Wasser und lie�n das Schiff treiben, bis es mit dem Vorsteven gegen die Felskante der inneren Kammer stie� W�end sich die anderen Schiffe dem Landeplatz n�rten, wurden lange Laufplanken ausgelegt, woraufhin sich alle eilends auf trockenen Boden begaben, froh dar�ber, dass sie sich zum ersten Mal seit Tagen die Beine vertreten konnten. Vor allem aber wollten sie endlich wieder eine warme Mahlzeit zu sich nehmen, die Erste, seit sie hunderte von Meilen weiter n�rdlich an Land gegangen waren. Die Kinder schw�ten in die zahllosen Grotten und Stollen aus, rannten �ber die Felsb�e, die das Wasser in �nen von Jahren aus dem Fels geschliffen hatte, und sammelten Treibholz. Bald darauf hatten die Frauen Feuer entz�ndet, buken Brot, r�hrten in gro�n Eisent�pfen Hafergr�tze an oder kochten in ihren Kesseln dicke Fischsuppen. Unterdessen besserten die M�er das verschlissene Tauwerk der Schiffe aus, das auf der beschwerlichen Reise zu Schaden gekommen war, w�end andere im Fjord die Netze auslegten und ganze Schw�e von Fischen fingen. Mittlerweile waren die Frauen heilfroh dar�ber, dass sie so einen angenehmen Unterschlupf gefunden hatten, in dem sie vor Wind und Wetter gesch�tzt waren. Die M�er indessen, wilde Gesellen mit zerzaustem Haupthaar und struppigen B�en, waren Seefahrer, die an das Leben unter freiem Himmel gew�hnt waren und sich in diesem engen Felsenloch ganz und gar nicht wohl f�hlten.
Als sie gegessen hatten und sich gerade anschickten, �ber Nacht in ihre ledernen Schlafs�e zu kriechen, kamen zwei von Sigvatsons Kindern, ein elfj�iger Junge und ein zehnj�iges M�hen, aufgeregt rufend angerannt. Sie fassten ihn an den H�en und zerrten ihn zur tiefsten Stelle der Grotte. Nachdem sie Fackeln entz�ndet hatten, f�hrten sie ihn durch einen langen, r�hrenartigen Gang, einen runden H�hlenschacht, der einst vom Wasser ausgesp�lt worden war.
Zun�st mussten sie etliche herabgest�rzte Felsbrocken �berwinden und umgehen, doch dann f�hrte der Weg gut zweihundert Schritte weit steil nach oben. Die Kinder blieben stehen und deuteten auf eine schmale Felsspalte. �Schau, Vater, schau!�, rief das M�hen. �Dort ist ein Loch, das nach drau�n f�hrt. Du kannst die Sterne sehen.�
Sigvatson sah das Loch, doch es war so schmal, dass nicht einmal die Kinder hindurchkriechen konnten; den Sternenhimmel indes konnte aber auch er erkennen. Am n�sten Tag trug er einigen M�ern auf, das Ger�ll und die Felsbrocken aus dem H�hlenschacht zu r�en und den Spalt zu verbreitern, der in die Au�nwelt f�hrte. Als dies geschehen und der Durchgang so weit freigehauen war, dass ein Mann aufrecht hindurchgehen konnte, traten sie hinaus auf fruchtbares Wiesenland, das von stattlichen B�en ges�t war. Hier war es nicht �de und kahl wie in Gr�nland. Hier gab es Holz im �erfluss, aus dem sie sich H�er bauen konnten. Hier gab es fruchtbaren Boden voller wilder Blumen und fetter Gr�r, auf dem sie ihr Vieh weiden konnten. Auf diesem prachtvollen Land hoch �ber dem blauen Fjord, in dem es Fische im �erfluss gab, wollte Sigvatson seine Siedlung errichten.
Die G�tter hatten den Kindern den Weg gewiesen, und diese hatten die Erwachsenen zu ihrem ersehnten Garten Eden gef�hrt.
Die Nordm�er waren ein lebenslustiges Volk. Auch wenn ihr Dasein hart war, voller M�he, Arbeit und Todesgefahr. Die See war ihr Element, und ein Mann ohne Boot war f�r sie kein freier Mann. Zwar waren sie das ganze Mittelalter �ber wegen ihrer Barbarei gef�rchtet, zugleich aber ver�erten sie das Antlitz Europas. Ihre verwegenen Scharen drangen nach Russland vor, k�ften am Schwarzen Meer und vor den Toren von Konstantinopel, sie siedelten in Spanien und Frankreich, wo sie Handel trieben oder sich als S�ldner verdingten, die ber�hmt waren f�r ihre Fertigkeiten mit Schwert und Streitaxt. Rollo der Lange, auch der Gange-Rolf genannt, wurde Herr �ber die Normandie, die nach den Nordm�ern benannt ist. Sein Nachfahre Wilhelm der Eroberer machte sich England untertan.
Bjarne Sigvatson war das Ebenbild des glorreichen Wikingers, blond das Haupthaar, golden der Bart. Er war nicht gro�gewachsen, aber breitschultrig und stark wie ein Ochse. Bjarne war im Jahr 980 auf dem Hof seines Vaters in Norwegen zur Welt gekommen, und wie fast alle jungen Wikinger hatte er sich schon von klein auf danach gesehnt, loszusegeln und festzustellen, was hinter dem Horizont lag. Wissbegierig und k�hn, wie er war, zugleich aber auch besonnen, nahm er schon mit f�nfzehn an Raubz�gen in Irland teil. Mit zwanzig Jahren war er ein in zahlreichen K�fen erprobter Seer�er, der so viele Reicht�mer erbeutet hatte, dass er sich ein stattliches Schiff bauen und eine eigene Kriegerschar ausr�sten konnte. Er verm�te sich mit Freydis, einer strammen, selbstbewussten Sch�nheit mit langem goldenem Haar und blauen Augen. Es war eine gl�ckliche Verbindung, passten die beiden doch zusammen wie Sonne und Himmel.
Nachdem er bei seinen �erf�en auf St�e und D�rfer entlang der K�ste Britanniens zahlreiche Narben davongetragen, aber auch ein riesiges Verm�gen zusammengerafft hatte, gab er die Seer�erei auf, wurde Kaufmann und handelte mit Bernstein, dem Diamant der damaligen Zeit. Doch nach ein paar Jahren packte ihn wieder die Unruhe, vor allem, als er die Geschichten von den sagenhaften Erkundungsfahrten eines Erik des Roten und dessen Sohn Leif Eriksson h�rte. Die fernen Lande weit im Westen lockten, woraufhin er den Entschluss fasste, sich selbst auf gro� Fahrt ins Unbekannte zu begeben und eine Kolonie zu gr�nden. Bald darauf stellte er eine zehn Schiffe umfassende Flotte zusammen, die dreihundertf�nfzig Mann mitsamt ihren Angeh�rigen, dem Vieh und landwirtschaftlichem Ger�bef�rdern konnte. Ein Schiff wurde nur mit Bjarnes Reicht�mern beladen, dem Bernstein und den erbeuteten Sch�en, die er fortan im Tausch gegen wichtige Waren und Handelsg�ter aus Norwegen und Island zu verwenden gedachte.
Die Grotte eignete sich bestens als Bootshaus und Lager, wie auch als feste Burg, falls es zu Angriffen der Skr�ngar kommen sollte. Auf Rollen aus zers�en Baumst�en wurden die schlanken Schiffe aus dem Wasser gezogen und auf B�cken gelagert, die man auf dem Felssims zurechtgehauen hatte. Die Wikinger bauten herrliche Boote, die zu ihrer Zeit als wahre Wunderwerke galten - Schiffe, die nicht nur �ber hervorragende Segeleigenschaften verf�gten, sondern auch die reinsten Kunstwerke waren, gro�rtig geschnitten und an Bug und Heck mit prachtvollen Schnitzereien verziert. Elegante Schiffe, wie es sie zuvor nie gegeben hatte und seither nur selten.
In ganz Europa begaben sie sich auf ihre Raub- und Kriegsz�ge mit dem Langschiff, das ungemein schnell, vielseitig verwendbar und mit bis zu f�nfzig Rudern best�ckt war. Das Arbeitspferd der Wikinger hingegen war der Knorr, ein f�nfzehn bis zwanzig Meter langer und rund f�nf Meter breiter Hochseesegler mit bis zu zehn Rudern f�r die Fahrt in seichten K�stengew�ern, der rund vierzig Tonnen Fracht (die Tonne als Gewichtseinheit geht auf eben jene Holzbeh�nisse zur�ck, in denen die Wikinger ihre Waren wasserdicht verstauten) auch �ber weite Strecken hinweg bef�rdern konnte.
Vor- und Achterschiff waren mit Planken gedeckt, aber mittschiffs, wo Vieh und Fracht verstaut wurden, war der Knorr offen. Die Besatzung und ihre Begleiter mussten unter freiem Himmel ausharren, nur von einem Zelt aus Ochsenh�en gesch�tzt. Nicht einmal ein Schiffsf�hrer wie Sigvatson hatte eine eigene Unterkunft, denn auf See waren alle Wikinger gleich, und nur bei wichtigen Entscheidungen hatte der Anf�hrer die Befehlsgewalt. Der Knorr war f�r die raue See geschaffen und vermochte selbst bei Sturmwind, hohem Wellengang und allen Unbilden, die ihm die G�tter sandten, f�nf bis sieben Knoten Fahrt zu machen und somit rund hundertf�nfzig Meilen am Tag zur�ckzulegen.
Der Kiel, eine Erfindung der Wikinger, wurde von den gro�rtigen Werftmeistern mittels Augenma�und von Hand mit �ten aus einem langen, starken Eichenstamm gefertigt, auf den man St�tzbalken und Quertr�r setzte, die einzigen geraden Bauteile des Schiffs, die dem Rumpf auch bei schwerer See Stabilit�verliehen. Danach f�gte man die ebenfalls aus Eichenholz zurechtgehauenen Spanten ein, die entlang der Maserung gespalten und anmutig geschwungen waren. Auf diese wurden in so genannter Klinkerbauweise die Planken gesetzt, die sich vom Vor- bis zum Hintersteven zogen und einander von oben nach unten �berlappten. Zum Schluss wurde das gesamte Schiff mit einer Mischung aus Holzpech und Tierhaaren kalfatert. Die ganze Konstruktion wirkte allzu zerbrechlich angesichts der St�rme, die �ber den Nordatlantik fegten, und dennoch handelte es sich um den zuverl�igsten Schiffstyp des Mittelalters. Der Kiel war biegsam, und der Rumpf konnte sich verwinden, sodass der Bootsk�rper m�helos und mit nur geringem Wasserwiderstand dahinglitt. Und aufgrund seines geringen Tiefgangs vermochte es selbst riesige Wogen abzureiten.
Auch die Ruderanlage war ein Meisterwerk der Schiffsbaukunst. Sie bestand aus einem starken Steuerruder, Stjornbordi genannt, das stets vertikal an der rechten Seite des Achterschiffs angebracht war - woraus sich der Begriff Steuerbord ableitete -, und mittels einer waagerechten Pinne gedreht wurde. Der Ruderg�er achtete mit einem Auge auf die See und mit dem anderen auf eine kunstvoll verzierte, bronzene Wetterfahne, die entweder am Vorsteven oder auf dem Mast befestigt war und ihm die Windrichtung anzeigte, sodass er immer den g�nstigsten Kurs steuern konnte.
Ein wuchtiger Eichenblock diente als Kielschwein, in dem der Mastfu�steckte. Der Mast ma�alles in allem fast zehn Meter und trug ein rund hundert Quadratmeter gro�s, rechteckiges Segel, das etwas breiter als hoch war. Die Segel waren aus grober Wolle gewebt und der Festigkeit halber in zwei Schichten zusammengen�. Anschlie�nd wurden sie rotwei�eingef�t, normalerweise mit einem schlichten Streifen- oder Rautenmuster.
Doch die Wikinger waren nicht nur meisterliche Schiffsbauer, sondern auch ausgezeichnete Seefahrer und Navigatoren, die von Geburt an einen sechsten Sinn f�r die See hatten. Ein Wikinger vermochte sich anhand der Str�mungen, der Wolken, der Wassertemperatur, des Windes und der Wellen zu orientieren. Er achtete auf die Fischz�ge und den Vogelflug. Bei Nacht steuerte er anhand der Sterne. Tags�ber benutzte er ein Schattenbord, eine Art Sonnenuhr, die aus einer flachen Holzscheibe mit eingekerbten Markierungen und einem Stab in der Mitte bestand, der auf und ab geschoben wurde, sodass sich anhand des Schattens, den er auf die Linien warf, der Stand der Sonne und ihre Abweichung vom Himmels�ator bestimmen lie� Die Breitengradsch�ungen der Wikinger waren erstaunlich genau. Nur selten kam es vor, dass sich ein Schiff hoffnungslos verirrte. Zu ihrer Zeit waren die Wikinger die uneingeschr�ten Herrscher der Meere.
In den darauf folgenden Monaten bauten die Wikinger aus dicken Baumst�en ihre Langh�er, deren mit Grassoden gedeckte
D�er von wuchtigen Balken gest�tzt wurde. Sie errichteten eine gro� Gemeinschaftshalle mit einer riesigen Herdstatt, in der sie sich zum Kochen und geselligen Beisammensein trafen, die ihnen aber auch als Lagerhaus und Stallung f�r ihr Vieh diente. Mit Ackerbau verschwendeten die Nordm�er, die sich nach �ppigen L�ereien sehnten, keine Zeit. Sie sammelten Beeren und legten im Fjord ihre Netze aus, wo sie Fische im �erfluss fingen. Die Skr�ngar waren zwar neugierig, verhielten sich aber einigerma�n friedlich. Sie tauschten mit ihnen Trinkbecher, Kleidungsst�cke und Kuhmilch gegen kostbare Pelze und Wildbret. Vorsichtshalber befahl Sigvatson seinen M�ern, dass sie ihre eisernen Schwerter, die �te und Speere nicht vorzeigen sollten, damit die Skr�ngar nicht habgierig wurden, sie stahlen oder im Tauschgesch� einforderten. Denn die Skr�ngar besa�n lediglich Pfeil und Bogen, ihre �brigen Waffen indes waren noch immer aus Stein gefertigt.
Als der Herbst anbrach, stellten sie sich wie immer auf einen harten Winter ein. Doch die Witterung war f�r die Jahreszeit ungew�hnlich mild; es gab kaum Schnee und nur leichten Frost. Die Siedler genossen die sonnigen Tage, die zudem l�er waren, als sie es aus Norwegen und Island gew�hnt waren, wo sie eine Zeit lang �berwintert hatten. Sobald der Fr�hling anbrach, wollte Sigvatson einen gro�n Sp�rupp aussenden, der das fremde Land erkunden sollte. Er selbst beschloss zur�ckzubleiben, sich den Pflichten und Aufgaben zu widmen, die ihm die mittlerweile aufbl�hende Gemeinschaft abverlangte. Sein j�ngerer Bruder Magnus sollte an seiner statt den Sp�rupp f�hren.
Sigvatson w�te hundert M�er f�r die Fahrt aus, die seiner
Meinung nach lang und beschwerlich werden w�rde. Nach wochenlanger Vorbereitung setzten die sechs leichtesten Boote die Segel, und die zur�ckbleibenden M�er, Frauen und Kinder winkten der kleinen Flotte ein letztes Mal zu, als sie stromaufw�s auf der Suche nach den Quellen des Flusses davonfuhr. Aus der vermeintlich zwei Monate langen Erkundungsfahrt indessen wurde eine �ber ein Jahr w�ende Odyssee. Sie ruderten auf breiten Str�men dahin und segelten �ber riesige Seen, die ihnen so gro�wie das heimische Nordmeer vorkamen, und gelegentlich zogen sie ihre
Schiffe auf Baumst�en �ber Land, um zur n�sten Wasserstra� zu gelangen. Sie befuhren einen Fluss, der weit m�tiger war als jeder, den sie aus Europa oder dem Mittelmeerraum kannten. Nachdem sie rund dreihundert Meilen auf dieser gewaltigen Wasserstra� flussabw�s gereist waren, gingen sie an Land und lagerten im dichten Wald. Hier deckten sie ihre Boote schlie�ich mit Zweigen ab und verbargen sie im Unterholz. Dann brachen sie zu einem zw�lf Monate w�enden Marsch durch sanftes H�gelland und endlose Wiesengr�nde auf.
Die Nordm�er begegneten seltsamen Tieren, wie sie sie noch nie gesehen hatten. Kleinen, hundeartigen Wesen, die des Nachts heulten, gro�n Katzen mit kurzen Stummelschw�en und m�tigen, geh�rnten Bestien mit massigem Kopf und dichtem Pelz. Letztere erlegten sie mit ihren Speeren und stellten fest, dass ihr Fleisch so k�stlich mundete wie bestes Rind.
Da sie nicht lange an einem Ort verweilten, wurden sie von den Skr�ngarn nicht als Gefahr betrachtet und blieben unbehelligt. Erstaunt und belustigt zugleich stellten die M�er des Sp�rupps fest, dass es eine Vielzahl h�chst unterschiedlicher St�e gab. Manche wirkten stolz und edel, andere hingegen kamen ihnen vor wie wilde Tiere.
Viele Monate sp�r brachen sie ihren Marsch ab, als sie in der Ferne die Gipfel eines m�tigen Gebirges aufragen sahen. Tief beeindruckt und voller Ehrfurcht vor dem schier endlos weiten Land, beschlossen sie, dass es an der Zeit sei, den R�ckweg anzutreten, wenn sie die Kolonie vor dem ersten Schneefall erreichen wollten. Doch als die ersch�pften Fahrensm�er im Mittsommer endlich in der Siedlung eintrafen, erwartete sie statt eines fr�hlichen Empfangs nur Tod und Verw�stung. Die ganze Kolonie war niedergebrannt, und von ihren Gef�ten, ihren Weibern und Kindern waren nur mehr verstreute Knochen �brig geblieben. Welch schreckliche Misshelligkeiten hatten zu diesem Blutbad gef�hrt? Was hatte die Skr�ngar dazu bewogen, den Frieden zu brechen, �ber die Nordm�er herzufallen und sie abzuschlachten? Die Toten konnten ihnen keine Antwort darauf geben.
Magnus und seine erz�rnten und trauernden Gef�ten stellten fest, dass der Zugang zur Grotte, in der die Schitte lagerten, von den toten Siedlern mit Felsen und Zweigen abgedeckt worden war, damit ihn die Skr�ngar nicht fanden. Irgendwie war es ihnen anscheinend gelungen, ihre kostbarste Habe sowie die Sch�e und liturgischen Ger�, die Sigvatson in jungen Jahren auf seinen Raubz�gen erbeutet hatte, w�end des Angriffs auf den Schiffen zu verstauen und vor den Skr�ngar zu verbergen.
Die leidgepr�ften Krieger h�en dieser St�e einfach den R�cken zukehren und lossegeln k�nnen, doch das war nicht ihre Art. Sie gierten nach Rache, obwohl sie wussten, dass sie dabei h�chstwahrscheinlich sterben w�rden. Doch im Kampf mit dem Feind zu fallen war f�r einen Wikinger ein ruhmreicher und den G�ttern wohlgef�iger Tod. Zudem schreckte sie der Gedanke, dass ihre Weiber und T�chter von den Skr�ngarn wom�glich als Sklavinnen davongef�hrt worden waren.
Au�r sich vor Kummer und Wut sammelten sie die sterblichen �erreste ihrer Freunde und Verwandten ein, trugen sie durch den Stollen in die Grotte und legten sie in die Schiffe, wie es bei ihnen Brauch war, auf dass die Toten ins Jenseits, ins gepriesene Walhall, fahren konnten. Sie fanden auch den verst�mmelten Leichnam von Bjarne Sigvatson, h�llten ihn in einen Mantel, betteten ihn mitsamt den Gebeinen seiner beiden Kinder auf sein Schiff und gaben ihm seine Sch�e sowie etliche K�rbe mit Nahrungsmitteln f�r die gro� Reise mit. Gern h�en sie ihm seine Gemahlin Freydis zur Seite gelegt, doch ihren Leichnam suchten sie vergebens. Und auch ein Tieropfer konnten sie ihm nicht darbringen, denn die Skr�ngar hatten alles Vieh davongetrieben.
In ihrer Heimat war es �blich, dass man die Schiffe mitsamt der Toten der Erde �bergab, doch das war hier nicht m�glich, denn sie bef�rchteten, dass die Skr�ngar die Verblichenen ausgraben und pl�ndern k�nnten. Deshalb schlugen sie mit H�ern und Mei�ln auf den m�tigen Fels �ber dem Eingang zur Grotte ein, bis er zersprang und in einer Lawine aus lauter kleinen Bl�cken in den Fluss st�rzte, sodass die H�hle von Tonnen schweren Gesteinsbrocken versch�ttet wurde. Nur unter Wasser blieb ein weiter Spalt offen.
Nachdem die Bestattungsteierlichkeiten abgeschlossen waren, r�steten sich die Nordm�er zum Gefecht.
Mut und Mannesehre galten bei ihnen als Tugenden, die den G�ttern wohlgef�ig waren, und das Wissen darum, dass sie bald in die Schlacht ziehen w�rden, erf�llte sie mit freudiger Erregung. Denn tief im Herzen hatten sie sich nach dem Kampf gesehnt, dem Klirren der Waffen und dem Geruch nach frisch vergossenem Blut. Auch dies geh�rte zu ihrem Brauchtum, waren sie doch von ihren V�rn von klein auf zu Kriegern erzogen worden, zu Meistern in der Kunst des T�tens. Sie sch�ten ihre langen Schwerter und Streit�e, die von deutschen Handwerkern aus bestem Stahl geschmiedet worden waren - kostbare und hoch gesch�te Waffen, die sie in Ehren hielten und denen sie Namen gaben, als w�n es Wesen aus Fleisch und Blut.
Sie legten ihre prachtvollen Kettenhemden an, die den Oberk�rper sch�tzten, und setzten ihre schlichten Rundhelme auf, die manchmal ein Nasenteil besa�n, nie aber mit H�rnern verziert waren. Dann ergriffen sie ihre aus Holz gefertigten und in leuchtenden Farben bemalten Schilde, die vorn mit einem wuchtigen Eisenbuckel best�ckt waren und mit den auf der R�ckseite angebrachten Armriemen gehalten wurden. Alle M�er f�hrten Speere mit langen, scharfen Spitzen mit. Dazu trugen manche breite, zweischneidige Schwerter, die rund einen Meter lang waren, w�end andere der schweren Streitaxt den Vorzug gaben.
Als sie bereit waren, f�hrte Magnus Sigvatson die hundert Mann starke Wikingerschar zum Dorf der Skr�ngar, das etwa drei Meilen vom Schauplatz des schrecklichen Massakers entfernt lag. Eigentlich war es eher eine primitive Stadt als eine Ortschaft, bestand sie doch aus hunderten von H�tten, in denen nahezu zweitausend Skr�ngar hausten. Die Wikinger machten keinerlei Anstalten, sich heimlich anzuschleichen und den Feind zu �berlisten. Unter wahnwitzigem Kriegsgeschrei st�rmten sie aus dem Wald und brachen durch den niedrigen Palisadenzaun, der eher zum Schutz vor wilden Tieren diente als vor feindlichen Angriffen.
Voller Ingrimm fielen die Nordm�er �ber die verdutzten Skr�ngar her, m�en sie nieder wie Strohgarben und richteten ein verheerendes Blutbad an. Fast zweihundert wurden beim ersten Ansturm abgeschlachtet, ehe sie begriffen, wie ihnen geschah. Rasch aber rotteten sie sich zu kleinen Trupps zusammen, f�nf bis zehn Mann stark, und leisteten ersten Widerstand. Zwar kannten auch sie den Speer und wussten die steinerne Streitaxt zu f�hren, doch ihre Lieblingswaffen waren Pfeil und Bogen, und damit nahmen sie die Wikinger unter Beschuss. Dann warfen sich die Weiber in die Schlacht und lie�n einen Steinhagel auf die Nordm�er niederprasseln, der aber gegen deren Br�nnen, Helme und Schilde wenig auszurichten vermochte.
Magnus, der an der Spitze seiner Krieger k�fte, f�hrte mit der einen Hand den Speer und mit der anderen die schwere Streitaxt, beide triefend rot vor Blut. Er benahm sich wie ein Beserkr- ein Ausdruck, der sich �ber die Jahrhunderte hinweg in unserem �Berserker� erhalten hat -, wie die Wikinger einen Mann nannten, der dem Kampfesrausch verfallen war und Furcht und Schrecken unter seinen Feinden verbreitete. Mit aberwitzigem Geschrei warf er sich auf die Skr�ngar und streckte sie mit m�tigen Axthieben nieder.
Diese wiederum waren von dem wilden Ansturm entsetzt. Zumal sie mitansehen mussten, wie diejenigen, die zum Nahkampf gegen die Nordm�er antraten, unter schrecklichen Verlusten zur�ckgeschlagen wurden. Doch obwohl sie zu Dutzenden fielen, lie�ihre Gegenwehr nicht nach. L�er wurden in die umliegenden D�rfer ausgeschickt und kehrten mit Verst�ung zur�ck, woraufhin die Skr�ngar zur�ckwichen, ihre Reihen wieder schlossen und sich ihrerseits zum Kampf formierten.
Binnen einer Stunde hatte sich die Schar der R�er eine blutige Bahn durch das Dorf gehauen, doch die Suche nach den vermissten Frauen blieb vergebens. Nur ein paar Kleiderfetzen fanden sie, mit denen sich die eine oder andere Skr�ngarfrau geschm�ckt hatte. Die Wikinger wussten nicht, dass den f�nf Frauen, die das Massaker in der Siedlung �berlebt hatten, keinerlei Leid geschehen war, dass man sie nur den H�tlingen der umliegenden D�rfer zum Geschenk dargebracht hatte. Sie waren au�r sich vor Wut und hellem Zorn, weil sie meinten, ihre Weiber w�n verzehrt worden, und fielen �ber die Skr�ngar her, bis das ganze Dorf regelrecht in Blut getr�t war. Doch die Skr�ngar wurden immer mehr, und allm�ich wendete sich das Blatt.
Die Wikinger, mittlerweile hoffnungslos unterlegen, vom Kampf ersch�pft und durch zahlreiche Wunden geschw�t, wurden einer nach dem andern niedergestreckt, bis sich nur mehr zehn Mann um Magnus Sigvatson scharten. Die Skr�ngar warfen sich jetzt nicht mehr den t�dlichen Schwertern und �ten entgegen. Und auch die gef�rchteten Speere der Nordm�er konnten sie nicht mehr schrecken, denn die waren l�st zersplittert oder geworfen. Sie sammelten ihre Heerscharen, die immer st�er wurden, bis auf einen Wikinger f�nfzig der ihren kamen, blieben au�r Reichweite und schossen einen Pfeilhagel nach dem anderen auf das kleine H�chen �erlebender ab, das sich unter seine Schilde duckte, die bald dicht an dicht mit Geschossen gespickt waren. Dennoch setzten sich die Wikinger weiter zur Wehr und griffen ein ums andere Mal an.
Dann warfen sich die Skr�ngar mit vereinten Kr�en auf die Nordm�er, rannten wider ihre Schilde an, umzingelten sie und drangen von allen Seiten auf sie ein. Nur wenige waren es noch, die, R�cken an R�cken stehend, bis zum bitteren Ende ausharrten, zahllose Schl� mit Stein�en einsteckten, bis auch der letzte Widerstand erlosch.
Mannhaft gingen sie zugrunde, Schwert und Axt in der Hand, in Gedanken bei ihren Liebsten, die sie verloren hatten und mit denen sie nach einem ruhmreichen Tod ein Wiedersehen erwartete. Magnus Sigvatson fiel als Letzter, und sein Tod war am folgenschwersten, denn mit ihm starb f�r die n�sten f�nfhundert Jahre auch jegliche Hoffnung auf eine Besiedelung Nordamerikas. Zugleich hinterlie�er ein Verm�tnis, das jene, die ihm schlie�ich nachfolgten, teuer zu stehen kommen sollte. Ehe die Sonne unterging, waren s�liche Nordm�er niedergestreckt, doch sie hatten auch �ber tausend M�er, Frauen und Kinder der Skr�ngar hingemetzelt, die so auf grausame Art erfahren mussten, dass die wei��igen Fremdlinge, die �ber das Meer kamen, eine t�dliche Gefahr darstellten, der man mit aller Gewalt begegnen musste.


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