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Wie immer Chefsache: Roman - Rilegato

Rütter, Martin

 
9783442830022: Wie immer Chefsache: Roman

Sinossi

Hunde würden Rütter lesen! Menschen auch!


Mattes Reuter hatte immer das Ziel, Redakteur bei der ZEIT zu werden. Leider hängt er aber noch mit vierzig als freier Mitarbeiter bei einem Stadtteilmagazin fest und wohnt, nach einer gescheiterten Beziehung, mit Hund Mina bei seiner erfolgreichen Schwester. Das liegt nicht zuletzt an seiner Philosophie, dass es „Sucher" und „Finder" gibt und Mattes eindeutig zu denen zählt, die lässig warten, bis sie von ihrer Chance gefunden werden. Widerwillig kommt er der Anfrage nach, bei dem Hundemagazin „Hassos Herrchen – Finas Frauchen" als Chefredakteur zu beginnen und merkt mit Entsetzen, dass er sich damit beruflich zunächst nicht verbessert. Aber er hat nichts zu verlieren und pokert hoch. Seine neu eingeführte Magazinrubrik „Ich hätt’ da mal ’ne Frage“, in der er unter dem Pseudonym ‚Mina R.’ die Probleme verzweifelter Hundehalter beantwortet, macht ihn zum Hundeexperten und sein Leben nimmt unerwartet Fahrt auf …


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Informazioni sull'autore

Martin Rütter, geboren 1970, Tierpsychologe, avancierte durch seine Sendung „Der Hundeprofi“ (VOX) und zahlreiche andere Fernsehauftritte zum „Star der Szene“ (Focus), da er sowohl den Hund als auch den Mensch versteht. Martin Rütter betreibt ein deutschlandweites Netzwerk mit Zentren für Menschen mit Hund und bietet eine fundierte Ausbildung zum D.O.G.S.-Coach an. Seine Sachbücher sind Bestseller, sein Langenscheidt-Buch „Hund – Deutsch, Deutsch – Hund“ ein amüsanter und beliebter Ratgeber. Das gleichnamige Live-Programm, konzipiert als eine Mischung aus Information und Entertainment, wird vom Publikum begeistert aufgenommen. „Wie immer Chefsache“ ist sein erster Roman. Gemeinsam mit seiner Familie und Hündin Mina lebt er bei Bonn.

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Was wirst du machen?�, fragte Alex, der neben ihm her rannte. Es war ein Dienstag im M�. Die Luft war an diesem Vormittag unerwartet kalt, aber sie roch nach Fr�hling und Aufbruch.
�Ich wei�es nicht.� Mattes wusste es wirklich nicht. Sie befanden sich auf ihrer zweiten Runde um den See, und er hatte sich vorgenommen, bis zur Ankunft auf dem Parkplatz die Entscheidung �ber den weiteren Verlauf seines Lebens getroffen zu haben. Seit gestern Vormittag �berlegte er daran herum. Leider begeisterten ihn die Auswahlm�glichkeiten nicht sonderlich. Er f�hlte sich wie mit Los Nummer 27 am Tombola-Tisch des �rtlichen Sch�tzenvereins, bei dem er sich zwischen geh�lten gr�nen Topflappen mit Sch�tzenverein-Emblem oder einem Zinnbecher mit Geweihpr�ng entscheiden musste. Nichts sah wirklich verlockend aus, und auf jeden Fall war alles weit entfernt vom Hauptgewinn. Es ging um eine Stelle. Er hatte zwar einen Job, aber als mehr konnte er seine t�iche Arbeit wirklich nicht bezeichnen, denn es war nicht ann�rnd das, was er sich beruflich als Ziel gesetzt hatte. Wenn er es genau betrachtete, konnte er es nicht mal mehr als eine Art Vorstufe sehen, denn Berichte �ber Goldhochzeiten und kleine Empf�e im Rathaus, die er als freiberuflicher Redakteur f�r das Stadtteilmagazin schrieb, waren nicht der direkte Weg zum Chefsessel der ZEIT, den er anstrebte. Gleich nach dem Abi war er frisch und unbeirrt gestartet, aber der
Weg erschien ihm inzwischen lang, und er hatte jetzt schon ziemlich viel Zeit knapp hinter der Startlinie vertr�delt. Am Ende lag aber immer noch das Ziel und wartete auf ihn - redete er sich jedenfalls ein.
Alex grinste: �Wolltest du nicht immer Chefredakteur werden? Ich h�r dich das seit zwanzig Jahren sagen.�
�Ja�, sagte Mattes und versuchte ihn mit der Faust am Oberarm zu treffen. Alex wich lachend aus, bis Mattes es aufgab und st�hnte: �Ich w� ein perfekter Chefredakteur. Aber doch nicht bei einem Hundemagazin! Sehe ich aus wie ein Typ, der seine Zeit beim Sch�rhundverein verbringen will?� Er kommandierte �bertrieben laut und herrisch: �Sitz! Platz! Aus!!�, was ihm wegen der Lautst�e einige verwunderte Blicke anderer Parkbesucher einbrachte, und seufzte: �Ich bin der Mann f�r Politik, Sport und Kultur. Nicht f�r Dosenfutter und Hundek�rbchen.�
Sie fielen in ein langsames Tempo und blieben stehen, als sie am Bootssteg angekommen waren. �Warum nicht ein Hundemagazin?�, fragte Alex und machte ein paar Dehn�bungen. �Schlechter als das, was du jetzt machst, kann es nicht sein. Seit Sarah dich rausgeschmissen hat, baust du ab.�
�Sie hat mich nicht rausgeschmissen, wir haben uns getrennt�, stellte Mattes richtig.
Alex nickte: �Das kann ich gut verstehen. Erstaunlich genug, dass sie dich so lange ertragen hat. Aber jetzt bist du raus, und sie hat die Wohnung behalten. Im Gegensatz zu dir kann sie sich die auch leisten.�
�Du redest schon wie sie�, sagte Mattes und richtete sich auf.
�Ach, komm�, feixte Alex. �Mit deiner Hundeerfahrung bist du genau der Richtige f�r ein Hundemagazin.�
�Einen verfressenen Hund zu haben bedeutet keine Hundeerfahrung.�
�Ich mein doch nicht Mina, ich denke an Arco.�
�Arco!�, st�hnte Mattes und erinnerte sich schlagartig an das gelbe Gebiss und die gefletschten Z�e. Und sofort hatte er auch die Erinnerung an die grummelnde Angst im Bauch, die er als Kind vor diesem Hund gehabt hatte. �Arco war kein Hund, das war ein neurotisches Pudelmonster�, sagte er. Alex lachte: �Ich hatte so einen Schiss! Ich bin niemals wieder mit zu deiner Tante Thea gekommen. Hast du kein Foto von Arco, wie er an der T�r steht und seine Z�e zeigt? Das musst du in der Redaktion vorlegen, dann hast den Job, weil du ihn �berlebt hast!� Er streifte sich seinen Pullover �ber und strich sich mit den Fingern durch die Haare, um sie wieder in Form zu bringen. �Wie viele Menschen hat Arco eigentlich zerfleischt?� Mattes sch�ttelte den Kopf: �Gar keinen. Aber das kann echt nur Zufall gewesen sein. Das Biest war v�llig gest�rt.� Alex klimperte mit seinem Autoschl�ssel: �Morgen rufst du mich an und sagst, was du machen wirst!�
�Vielleicht will ich den Job gar nicht.�
�Auch gut. Aber entscheide dich!�
Mattes setzte sich in sein Auto und fuhr nach Hause. Nach Hause? Es war das Zuhause seiner Schwester, die ihm gro��gigerweise die Einliegerwohnung im Keller angeboten hatte, nachdem seine Freundin Sarah eine Entscheidung �ber ihre gemeinsame Zukunft getroffen hatte. Im Entscheidungen treffen war er noch nie so gut gewesen. Entscheidungen setzten voraus, dass man M�glichkeiten abw�n und sein Handeln aktiv planen musste. Das war nicht sein Ding. Er hatte meistens gewartet, bis etwas entschieden war und er nur noch handeln musste.
Mattes unterteilte Menschen in Sucher und Finder. Die Sucher waren Menschen, die ihr Vorgehen planten, aktiv handelten, Dinge anpackten und ihre Chancen suchten. Diese Menschen waren ihm zuwider. Ihm war nahezu alles zuwider, was ein Konzept hatte. F�r ihn hatten Genies, zu denen er sich unumwunden und ohne jeden Zweifel z�te, kein Konzept n�tig. Sie waren Finder. Sie lebten in den Tag hinein und fanden, mehr oder weniger zuf�ig, ihre Chancen. Wobei er nat�rlich insgeheim darauf hoffte, von der Chance selbst gefunden zu werden. Die M�glichkeit, dass eines Tages die ZEIT anrufen und ihm den Posten des Chefredakteurs antragen w�rde, erschien ihm darum nicht ganz ausgeschlossen. An manchen Tagen sogar ziemlich wahrscheinlich. Seine �Abwarterei�, wie Sarah es ver�tlich nannte, die es als typische Sucherin nicht nachvollziehen konnte, dass er in aller Gem�tsruhe darauf wartete, zu H�herem berufen zu werden, l�ste dann auch ihren Trennungswunsch aus. Nach vier Jahren zuerst gl�cklicher, dann zunehmend nebeneinanderher pl�chernder Beziehung, hatte sie entschieden, dass er seine Sachen packen und den Wohnungsschl�ssel abgeben sollte. Mit vier Kisten und seinem Hund Mina hatte er pl�tzlich auf der Stra� gestanden. Nicht mal die obligatorische Stereoanlage hatte er ausst�pseln und mitnehmen k�nnen, denn auch die hatte Sarah gekauft. So wie die CD- Sammlung, die M�bel und den gro�n K�hlschrank. Er hatte kurz �berlegt, ob er die leeren Weinflaschen einpacken sollte, denn zumindest guten australischen Rotwein hatte er regelm�g mitgebracht, und damit geh�rten die Flaschen rechtlich gesehen ihm. Aber er hatte das Gef�hl, dass das l�erlich wirken k�nnte. Au�rdem sollte Sarah sich ruhig an ihn erinnern, wenn sie die Flaschen zum Altglascontainer bringen musste. Vielleicht w�rde sie ihre Entscheidung kurzzeitig bedauern. Aber dann war es zu sp� Jedes Klirren der zerberstenden Flaschen im Container w�rde ein h�rbares Zeichen f�r ihre zerbrochene Beziehung sein. Mattes und Sarah gab es nicht mehr.
Aber jetzt ging es nicht mehr um Sarah, jetzt musste er eine Entscheidung �ber sein Leben treffen. Seit seiner Schulzeit wollte er Journalist werden und schnell zum Chefredakteur der ZEIT aufsteigen. Das machte was her. Als Chef w�rde er eine Art Oberaufsicht �ber die anderen Redakteure haben, k�nnte Arbeit delegieren und m�sste nicht selber um jede Zeile, die er geschrieben hatte, k�fen, damit sie ver�ffentlicht w�rde. Er wusste intuitiv und schon sehr fr�h, dass das der richtige Posten f�r ihn w�. Inzwischen w� es ihm schon recht gewesen, bei der ZEIT nur Ressortleiter zu sein. Oder Redakteur f�rs Vermischte. Oder hin und wieder Schreiber einer Kolumne. Hauptsache irgendetwas, das seinem Ziel ansatzweise nahe kam. Immerhin war er Abonnent, obwohl er zugeben musste, dass das wirklich die unterste Stufe einer Zusammenarbeit war. Journalistisch hing er als freiberuflicher Mitarbeiter bei einem Stadtteilmagazin fest. Mit immer den gleichen Artikeln, die ihn weder intellektuell forderten, noch in irgendeiner Weise bedeutsam waren.
Ein einziges Mal hatte er einen aufdeckenden Artikel �ber die Schlamperei und kriminellen Machenschaften beim Einkauf der Desinfektionsmittel im �rtlichen Schwimmbad geschrieben, wurde nach der ersten Emp�rungswelle in der Leserschaft aber sofort von seinem Chef gestoppt, der �ber undurchsichtige Ecken mit dem verantwortlichen Sportdezernenten verwandt war. Oder war er mit ihm in der gleichen Grundschulklasse gewesen? Egal. Der Bademeister bekam eine Abmahnung, und Mattes traute sich seitdem nicht mehr ins Schwimmbad, weil er sich sicher war, dass er bei einem unerwarteten Zwischenfall im Wasser nicht gerettet werden w�rde, ja, dass die Wahrscheinlichkeit eines pl�tzlichen Badeunfalls in seinem Fall sogar sehr gestiegen war. Die Blicke des Bademeisters, wenn er ihn zuf�ig auf der Stra� traf, lie�n ihn annehmen, dass Schwimmen f�r ihn zu einer Risikosportart geworden war. Er traute sich auch in kein anderes Schwimmbad der Umgebung, weil er nicht wusste, wie weit die Kontakte des �rtlichen Bademeisters reichten. Es gab genug Leute, die seit Stunden zwei Meter unter dem Chlorwasserspiegel auf dem Grund des Beckens lagen und von der Badeaufsicht angeblich nicht bemerkt worden waren, obwohl tauchende Kinder mehrfach auf �den Mann da unten� hingewiesen hatten. Oder andere, die beim Gehen auf den nassen Fliesen ganz zuf�ig und ohne Fremdeinwirkung ausrutschten und mit dem Hinterkopf genau auf die Kante eines Startblocks knallten, was unsch�ne Blutspuren im Schwimmbad und einen Genickbruch mit sich brachte. Inwieweit die Opfer sich zuvor mit dem Bademeister angelegt hatten, entzog sich seinem Wissen. Aber vermutlich gab es da Zusammenh�e. Nahezu alle Bademeister dieses Landes, wenn nicht sogar der ganzen Welt, waren h�chstwahrscheinlich in mafia�lichen Strukturen organisiert.
Beruflich stand er also immer noch am Anfang. Finanziell und gesellschaftlich auch. Das hatte er sich vor zwanzig Jahren anders vorgestellt. In der Oberstufe schrieb er nur gl�ende Aufs�e, die regelm�g in der Sch�lerzeitung ver�ffentlicht wurden und ihn auf einer Welle der Zustimmung und Begeisterung surfen lie�n. Im Abitur dann die erwartete Eins in Deutsch und ein anerkennender Handschlag des Direktors. Danach eine Ausbildung zum Journalisten. Alles wies auf einen geraden und stolperfreien Weg zum Ziel hin. Gut, die f�nf Jahre beim Frauenmagazin >Der rote Teppich< waren ein kleiner Umweg gewesen, aber es gab damals eben gerade keine freien Stellen bei seinen bevorzugten politischen Bl�ern. Er hatte immer gro�purig behauptet, dass er einen Einblick in die Klatsch- und Tratschwelt bekommen wolle, um dann die vielf�igen Verflechtungen schonungslos aufzudecken. In stillen Momenten, die er nach M�glichkeit vermied, die ihn aber immer mal wieder �berfielen, hatte er das dumpfe Gef�hl, dass seine Berichte �ber Schlagersternchen und Beziehungsdramen die bisher hochwertigsten Arbeiten waren. Abgesehen vom Schwimmbadskandal, der sich aber erledigt hatte, ehe er richtig aufgedeckt war. Aber wer wollte sich schon mit der in allen L�ern der Welt verstreuten Bademeistermafia anlegen?
Seit gestern hatte er eine M�glichkeit zur beruflichen Ver�erung. Ein Schritt zum Chefsessel, auch wenn sich in ihm das unbestimmte Gef�hl breitmachte, dass es nicht wirklich in die richtige Richtung ging. Im Prinzip schon, dann aber quasi doch nicht. Der nach seinem Gef�hl schon lange �berf�ige Anruf mit dem Angebot des Chefredakteurpostens war endlich eingegangen. Leider kam es von einem miesen, kleinen Hundemagazin, das er zwar schon mal am Kiosk gesehen, aber nicht mal einer genaueren Ansicht f�r wert befunden hatte. Der Anruf hatte ihn mittags erreicht, als er gerade bei einer ersten Tasse Kaffee am Tisch sa�und mit dem Messer die schwarzen Kokelstellen vom Br�tchen schrubbte. Er hasste es, dass labberige Vortagsbr�tchen beim Aufbacken auf dem Toaster immer verbrannte Stellen bekamen, seit er dieses seltsame Br�tchen-Aufback-Metallger�st zum Aufsetzen auf den Toaster verloren hatte. Vermutlich lag das jetzt bei Sarah, die damit den unerh�rten Luxus von zwei Br�tchen-Aufback-Metallger�sten hatte. Und er hasste es, wenn er nicht mal in Ruhe fr�hst�cken konnte. Als das Telefon klingelte, war er nicht gerade bester Laune.
�Ja?�, brummte er abwehrend in den H�rer.
�Herr Reuter?�
�Ja.�
�>Hassos Herrchen, Finas Frauchen<. Althoff.�
�Wie bitte?�
Die Frau am anderen Ende der Leitung merkte sofort, dass er etwas l�er brauchte.
�Mein Name ist Althoff. Vom Hundemagazin >Hassos Herrchen - Finas Frauchen<. Sie haben von uns geh�rt?�
�Nein�, brummte Mattes. Was wollte die von ihm? Ein Abonnement dieser bl�den Hundezeitung verkaufen? Woher wusste sie, dass er einen Hund hatte? Abweisend sagte er: �Mein Hund liest nicht.�
�Es geht nicht um Ihren Hund, es geht um Sie.�
�Ich lese auch nicht.�
Erstaunlich, wie schlagfertig er ohne Fr�hst�ck war. Oder kam es ihm nur schlagfertig vor, weil er noch kein Fr�hst�ck hatte? Wenn es nach ihm ginge, w�rde er jetzt auflegen und seinen Kaffee trinken. Er stockte. Was sagte sie gerade?
�Aber Sie schreiben, Herr Reuter. Und das brauchen wir.�
Jetzt wurde es zum ersten Mal interessant. Die resolute Frauenstimme stellte ihm kurz und knapp die M�glichkeit einer Anstellung als Chefredakteur in Aussicht und bat ihn, sich bei Interesse am n�sten Tag pers�nlich vorzustellen.
�Wie kommen Sie auf mich?�, fragte Mattes verwirrt, aber auch geschmeichelt.
�Ich habe einige Ihrer Artikel in >Der rote Teppich< gelesen. Sie haben mir gefallen.�
Geschmeichelt verzog er die Mundwinkel. Na, siehste! Hatte also doch was gebracht, sich mit K�nigin Beatrix und den Scheidungen des Zillertal-Trios zu besch�igen.
�Und ich wei� dass Sie mehr k�nnen�, erg�te die Stimme.
Nat�rlich konnte er mehr. Aber wie meinte sie das jetzt wieder? War es ein Lob oder eher nicht? Sie gab ihm die Adresse
der Redaktion, und das Gespr� war beendet. Mattes legte den H�rer auf. Althoff hie�sie, das hatte er sich gemerkt, aber sie hatte ihm nicht gesagt, ob sie das Personalb�ro vertrat oder in der Chefetage sa� Aber er hatte durch das Telefon sehr deutlich ihre Autorit�und die zielgerichtete Tatkraft gesp�rt. So was konnte er ja gar nicht leiden. Wieder so eine typische Sucherin, die nichts dem Zufall �berlie�und alles regeln musste. M�liche Sucher waren ihm schon ein Graus, weibliche stie�n ihn, nicht erst seit Sarahs Rauswurf, regelrecht ab. Vor allem �erte es ihn ungemein, dass er sich am Telefon gef�hlt hatte, als h�e sie ihm netterweise eine Praktikantenstelle angeboten. Fehlte nur noch, dass sie ihn geduzt h�e.
Er fuhr am gepflegten Einfamilienhaus seiner Schwester vorbei und parkte seinen Wagen hinter den B�en an der Stra�necke. Astrid musste ihm nicht unbedingt jetzt �ber den Weg laufen. Warum er immer wieder versuchte, unentdeckt ins Haus zu kommen, war ihm nicht klar. Vermutlich war es sein Freiheitsdrang. Oder schlicht die Genervtheit, eine �ere Schwester im Nacken zu haben, die sich wie eine �ermutter auff�hrte. Die sollte sich mal einfach zur�ckhalten. Er war selbst�ig und kam alleine zurecht. Nervig war, dass er wegen dieser Einliegerwohnung unmittelbar in ihren Einzugsbereich ger�ckt war. Aber es war ganz praktisch, dass er die Miete einsparen konnte, weil Astrid selbstverst�lich davon ausging, dass er nur mit M�he �ber die Runden kam. Von diesem Gedanken wollte er sie auch nicht unbedingt abbringen. Er war ja nicht bl�d. Au�rdem genoss es Astrid geradezu, sich als gro�, allwissende Schwester zu pr�ntieren, die neben Mann und zwei halbw�chsigen Kindern auch noch das Leben ihres Bruders managte. Ganz nebenbei war das 260-Quadrat- meter-Wohnfl�e-Haus auf 750 Quadratmeter Grundst�ck mit altem Baumbestand, einer 60-Quadratmeter-Einliegerwohnung, die einen separaten Eingang hatte, in angemessener Lage, einem ruhigen Viertel der Besserverdienenden - so Astrids Immobiliensprache -, keine schlechte Adresse. Es war eine Gegend, in der die Badezimmer Wellness-Oasen hie�n und der Duschkopf unbedingt einen Regenwald-Schauer rieseln k�nnen musste. Mattes h�e auch gut in einer kleinen Altbau-Studentenklitsche leben k�nnen, aber gegen ein wenig Luxus und viel Bequemlichkeit hatte er �berhaupt nichts einzuwenden. Besonders nicht, wenn es nichts kostete.
Nat�rlich bellte Mina in der Wohnung kurz auf, als er von au�n den Schl�ssel ins Schloss steckte. F�r seine Schwester war das bis in ihr Wohnzimmer hinein ein deutliches Signal, dass Mattes gerade seinen Flur betrat. Ein lauter Gong, von einem livrierten Butler geschlagen, h�e den gleichen Effekt gehabt. Ach, auch egal. Mina begr��e ihn schwanzwedelnd und drehte sich dann um, um gem�lich ins Wohnzimmer zur�ckzugehen und mit einem Seufzer auf ihre Hundedecke zu fallen. Sie hatte ihm gezeigt, dass sie auch in tiefem Schlaf alles mitbekam und genau geh�rt hatte, dass er gekommen war. Aufgabe erledigt.
Mattes ging duschen. Ohne Regenwald-Schauer - den hatte nur Astrid. Noch ehe er fertig war, wusste er, dass er heute noch bei der Redaktion vorbeifahren w�rde. Die Chance, an die er fest geglaubt und auf die er seit Jahren gewartet hatte, war auf ihn zugekommen und er musste nur noch zugreifen. Ob es eine wahre Chance war oder ein Blindg�er, w�rde sich zeigen. Vielleicht erledigte sich die Sache, wenn er dort war und sich alles ansah. Auch gut. Ein Hundemagazin - das war ja nicht so prickelnd. Was hatte er eigentlich f�r Erfahrungen, die ihn da zum Chefredakteur machen konnten? Er hatte einen Hund. Das war vielleicht wichtig. Aber sonst? Alex' Grinsen bei der Erw�ung von Arco kam ihm in den Sinn. Aber Alex hatte nicht nur gegrinst. Alex hatte auch deutlichen Respekt in der Stimme gehabt, denn Alex hatte damals mindestens genauso gro� Angst vor Arco gehabt wie er. Nein, sogar mehr, denn Alex hatte sich nur ein einziges Mal in den Flur von Tante Thea getraut, aber er, Mattes Reuter, immer wieder.
Er erinnerte sich noch gut. Er war damals noch in der Grundschule, als seine Tante Arco als Pflegehund annahm. Eine geschickte Tarnung, denn sein Onkel war strikt gegen einen Hund gewesen und Tante Thea konnte auf diese Weise jahrelang behaupten, der Hund w� nur vor�bergehend da und k�nne jederzeit wieder abgeholt werden. Dass die Pflegestelle f�r immer war, war jedem klar, auch Onkel G�nther, der aber sein Gesicht gewahrt sah, weil der Hund offiziell nicht der eigene war. Da Tante Thea ihre Pflegehunde in k�rzester Zeit zu gef�lichen und nicht mehr vermittelbaren Problemf�en machte, bestand keine Gefahr, dass sie sie jemals wieder h�e abgeben m�ssen.
Tante Thea war die �ere Schwester seiner Mutter und wohnte mit dem ausgestopften Onkel G�nther und drei ausgestopften S�hnen nur einige Stra�n entfernt von Mattes in einem der roten Zechenh�er, die typisch f�r die kleinen Siedlungen im Ruhrpott waren. Vermutlich waren Onkel G�nther und die S�hne gar nicht ausgestopft, aber Mattes kam es so vor. Sie waren nie weg bei einer Arbeit, sondern sa�n im Wohnzimmer auf dem Sofa und starrten auf den Fernseher. �er ihre prallen, festen B�he spannten sich wei� Feinripp-Unterhemden. Seltsamerweise konnten sie laufen und das Zimmer verlassen, aber sie konnten nicht reden. Oder nur ganz selten. �Tach, Mattes�, brummte Onkel G�nther hin und wieder, wenn Mattes leise das Wohnzimmer betrat, aber er wandte den Kopf dabei nicht vom Fernsehbild.
Seine Tante Thea kannte Mattes nur in gebl�mter Kittelsch�rze, in die ihre ausladende K�rperf�lle eingequetscht war. Vorne wurde der Kittel von einer Reihe kleiner, wei�r Kn�pfe gehalten, die es zu seiner Verwunderung schafften, den knapp sitzenden Stoff zusammenzuhalten, ohne einfach abgesprengt zu werden. An den Schulterl�chern kamen Tante Theas gewaltige, nackte Oberarme heraus, an deren Ende erstaunlich kleine H�e mit schmalen Fingern hingen. Die zarten H�e an der sonst eher in die Breite gehenden Tante Thea erstaunten Mattes immer wieder.
Im Gegensatz zu Onkel G�nther redete Tante Thea gerne und fast ununterbrochen. Aber weil sie aus f�r Mattes unerkl�ichen Gr�nden nicht mit Onkel G�nther und er nicht mit ihr redete, rollte ihre Kommunikation wie eine Lawine �ber wehrlose Tiere. Sie sprach mit ihrem Pflegehund, ihrem Wellensittich, den streunenden Katzen und sogar mit den V�geln, die auf dem Balkon Brotkrumen pickten. Alle waren Mittelpunkt ihrer konzentrierten Aufmerksamkeit, wurden umsorgt und waren einer sprachlichen Dauerberieselung ausgesetzt.
Sobald Mattes sich mit G�nther und den drei S�hnen - den lebenden Beweisen, dass ohne Zweifel Mitte der 7oer-Jahre schon an harmlosen B�rgern Klonexperimente durchgef�hrt wurden - im Wohnzimmer befand, h�rte man Thea in auf die Sekunde genau getimten Abst�en immer wieder �Jokki Jokki Jokki Jokki .�� s�eln. Das erste �Jokki� war stets der Startschuss zum internationalen �Wer-quatscht-den-Vogel- taub�-Wettbewerb, bei dem Tante Thea seit �ber drei�g Jahren den Titel erfolgreich verteidigte. Gut, sie war die einzige Teilnehmerin, aber sie perfektionierte ihre Strategie, das Tier verbal zu foltern, von Jahr zu Jahr. Einmal hatte sich Mattes unbemerkt in den Flur geschlichen, um nachzusehen, ob auch das Federtier im Laufe der Zeit eine eigene Strategie entwickelt hatte, sich dem Verbalterror zu entziehen. Ob V�gel sich die Ohren zuhalten konnten? Oder zwitscherten sie vielleicht nur, um sich mit selbst produziertem L� zur Wehr zu setzen? Auf jeden Fall stellte Mattes bei dem Versuch, dies herauszufinden, fest, dass Tante Thea nach exakt jedem zehnten �Jokki� ein elftes �Jokki� folgen lie� das sich nicht an das Tier richtete, sondern zielgenau in Richtung Flur ausgesto�n wurde. Und nachdem sie sich mit dem Flurruf vergewissert hatte, dass ihre vier apathischen, m�lichen Mitbewohner nicht gerade zuf�ig ihr Sofaterritorium verlie�n, kippte sie sich doch tats�lich h�chst heimlich und mehr als hastig einen ihrer selbst gebrannten Pflaumenschn�e hinter die Binde. Als sie Mattes einmal dabei entdeckte, wie er sie beobachtete, kam ein kurzes �Das ist gut f�r die Stimmb�er� von ihr.
Ihr Pudelr�de Arco war der erste Hund, mit dem Mattes n�r zusammenkam. Er war eine der gr��en existierenden Gefahren des Universums. Noch vor King Kong und Goldfinger. Mit Arco war nicht zu spa�n. Andere Kinder spielten ausgelassen mit dem Hund ihrer Tante, Mattes musste die Begegnungen mit ihm �berleben. Der Nervenkitzel begann, sobald er an der Haust�r klingelte, aber gerade das machten seine Besuche bei Tante Thea so anziehend. Drinnen rastete Arco aus. Er bellte, und Mattes h�rte an der sich schnell steigernden Lautst�e, dass der Hund bis hinter die Haust�r rannte und dort auf sein Opfer wartete. Tante Thea kam wackelnd hinterher, riss die T�r weit auf und sagte: �Tach, Mattes. Komm rein!� Seltsamerweise bemerkte sie nichts von der drohenden Gefahr, die ihr Hund doch ganz deutlich ausstrahlte. Mit langsamen Bewegungen betrat Mattes den Flur und behielt dabei Arco im Augenwinkel, der ihn drohend anknurrte. �Ach, der tut nix!�, hatte Tante Thea abgewunken, als er sie mal gebeten hatte, den Hund festzubinden. Seitdem fragte er nicht mehr.
Dass Erwachsene vieles nicht mitbekamen und sich manchmal erschreckend dumm benahmen, hatte er schon fr�h festgestellt und als Tatsache akzeptiert. Tante Thea l�elte ihn freundlich an: �Kannst ja deine Jacke schon ausziehen�, drehte sich um und verschwand in der K�che. Mattes blieb mit dem lauernden Arco im Flur zur�ck.
Es war ein ungeschriebenes Gesetz zwischen ihnen, dass er eine Minute still im Flur herumstehen musste, damit Arco ihn nur bedrohlich ansehen, aber nicht zerrei�n w�rde. Verlassen konnte er sich auf diesen Nichtangriffspakt aber nicht. Es war nur eine M�glichkeit, eventuell auch diesmal heil davonzukommen. Eine falsche Bewegung, ein zu schnelles Heben des Armes, ein Hauch schlechter Laune, und Arco w�rde angreifen. Er war wie ein lauernder Mafiaboss, der auf jede Bewegung, die er aus dem Augenwinkel mitbekam, reflexartig mit dem Abfeuern seines Maschinengewehres reagieren w�rde. Dabei konnten v�llig unschuldige Menschen sterben. Der Fensterputzer, der Postbote oder kleine Jungs, die ihre Tante besuchen wollten. Wenn er jetzt etwas falsch machte, m�sste Tante Thea versuchen, sein Bein aus den bluttriefenden Z�en des Hundes zu bekommen. Oder seine abgerissenen K�rperteile aufsammeln und seinen Eltern erkl�n, warum er nicht zum Abendessen und �berhaupt nie wieder nach Hause kommen w�rde.
Sobald Arco innerhalb der Minute eine etwas zu schnelle und von ihm als unangemessen empfundene Bewegung sah, knurrte er drohend und zeigte seine alten, gelben Z�e. Mattes tat immer so, als wolle er sowieso gerade gerne im Flur stehen bleiben und interessiert die W�e anschauen. Sch�ne Tapete. Blo�nicht zeigen, dass er Angst hatte. Allerdings hatte er mal geh�rt, dass Hunde Angst kilometerweit riechen k�nnen, und wenn Arco nur einigerma�n gut riechen konnte, w�rde er ihn nicht mit einer gespielt l�igen K�rperhaltung t�chen k�nnen. Sein Magen grummelte, das Blut rauschte durch die Adern, und er ahnte, dass er in seinem weiteren Leben nur noch selten in eine so gef�liche Lage kommen w�rde. Um bei Arco keine niederen Instinkte auszul�sen, die unzweifelhaft in einem Blutbad enden w�rden, bewegte sich Mattes nur in Zeitlupe. In verz�gerter Zeitlupe sozusagen. In einer Geschwindigkeit, die eine kriechende Schnecke wie ein Formel-i-Auto h�e aussehen lassen. In der K�che h�rte er seine Tante hantieren, die vertrauensvoll davon ausging, dass ihr Hund niemandem etwas tun w�rde. �Nein, Arco ist nicht gef�lich!� Sie merkte es einfach nicht. Aber er, Mattes, sp�rte es genau. Komisch, dass er das als achtj�iger Junge besser erkennen konnte als seine erwachsene Tante Thea.
Erst wenn er ganz sicher war, dass die Minute auf jeden Fall und hundertprozentig vorbei war, verlie�er vorsichtig den Flur und ging mit langsamen Schritten in Richtung K�che. Immer noch mit gr��en Bef�rchtungen, denn es konnte ja sein, dass Arco inzwischen auf zwei Minuten bestand. Nie w� er auf den Gedanken gekommen, durch die Wohnung zu rennen oder auch nur fr�hlich zu hopsen. Die Anwesenheit des Hundes erforderte gr��e Disziplin. Arco lie�ihn jedes Mal gehen und setzte nur seinen �Freundchen, ich beobachte dich, pass auf, was du hier machst!�-Blick auf. Mattes war vorerst geduldet. Niemals aber f�hlte er sich ganz sicher oder vom Mafiaboss als Bandenmitglied akzeptiert.
Mattes sch�ttelte den Gedanken an die Begegnung mit Arco ab und pfiff nach Mina, die schwanzwedelnd aus dem Wohnzimmer kam. Es war Zeit f�r einen Gang um den Block. Was f�r ein Unterschied zu Arco, dachte Mattes und sah sie mit liebevollem Blick an. Damals h�e er sich nicht vorstellen k�nnen, jemals einen eigenen Hund zu haben, aber in den letzten Jahren hatte er bemerkt, dass er beim Laufen im Park zunehmend interessierter auf die Hunde geblickt hatte, die ihm als Jogger grunds�lich nicht egal sein konnten. Er hatte schnell absch�en k�nnen, ob ein Hund, der auf ihn zu rannte, eine Gefahr bedeuten konnte, oder ob es eine harmlose Begegnung sein w�rde. Und irgendwann hatte er mit leichter Verwunderung erkannt, dass er selber einen Hund haben wollte. Das war, als er einem netten Hund mit dem gleichen Blick hinterhersah, wie manche junge Frauen auf die Babys in fremden Kinderwagen blickten. Es war eine der wenigen Entscheidungen im Leben, die er mehr oder weniger bewusst getroffen hatte. Dass es nun ausgerechnet Mina geworden war, lag an der Bekannten eines Bekannten, die fast verzweifelt nach Abnehmern f�r die Welpen ihrer H�ndin gesucht hatte. Mattes hatte damals mit einem schnellen Griff in das Hundekn�l Mina herausgezogen. �Den will ich�, hatte er gerufen, und die Bekannte des Bekannten hatte gesagt: �Es ist eine DIE.� Warum es ausgerechnet Mina und keiner der anderen Retriever-Mix-Welpen sein musste, konnte sich Mattes auch sp�r nie erkl�n. Vielleicht, weil sie sich angesehen hatten und er unbewusst gesp�rt hatte, dass sie das Leben l�ig sah und nicht stundenlang sportlich besch�igt werden wollte. Sie sah nach weicher Couch und gef�lltem Napf aus, und das war eine Ausstrahlung, die Mattes sehr entgegenkam.
Sarah war damals vor Begeisterung fast verr�ckt geworden, als er mit der tapsigen Mina nach Hause gekommen war, aber diese hatte sich in dem gleichen Tempo, in dem Mina heranwuchs, gelegt. Ab da hie�Mina �der Hund�, und die an der Couch h�enden Haare waren ekelhaft, das friedliche Schnarchen aus dem Hundekorb nervig und das unbeholfen wirkende Herumspringen, wenn Mattes mit ihr spielte, Hyperaktivit� Mina und hyperaktiv, dachte Mattes und sch�ttelte verst�nislos den Kopf. �Wenn ich mir ein Tier aussuchen k�nnte, w� das auf jeden Fall eine Katze�, sagte Sarah h�ig in einem Tonfall, der aussagte, dass Katzenbesitzer selbstverst�lich weit oberhalb aller Hundebesitzer standen. Hunde waren das Proletariat, Katzen der Adel. Und das traf nat�rlich auch auf die jeweiligen Halter zu. Mattes war sicher, dass Sarah den freigewordenen Platz auf dem Sofa, den bis vor einigen Monaten er und �der Hund� belegt hatten, sofort an eine Katze vergeben hatte. Vermutlich an etwas hoheitsvoll-asiatisches. So ein Vieh, das immer nur rumstand und mit gro�n, vorwurfsvollen Augen �ber die Zust�e klagte. Futter indiskutabel, Schlafplatz nicht weich genug, Personal unterste Schublade. Hatte Sarah eigentlich auch schon einen neuen Freund auf dem Sofa? Hoffentlich mochte der Katzen
Mina lief ein paar Meter vor ihm her und er fand sie immer noch toll. Selbst wenn sie sabberte und bei Regenwetter wie nasser Hund roch. Und warum sollte sie nicht danach riechen, sie war dann ein nasser Hund! Das war auch so ein Argument, das Sarah nie verstanden hatte.
Das Hundemagazin fiel ihm ein. Warum denn eigentlich nicht? Ein Katzenmagazin oder etwas mit Reptilien oder ein Fachheft der Friseur-Innung, das w�n weit von ihm entfernt liegende Themen gewesen. Da h�e er sich komplett einlesen m�ssen, und ob ihn das jemals nur ein Fitzelchen interessiert h�e, war fraglich. Aber Hunde? Die fand er gut. Nicht alle, aber wenn er mit Mina im Park war, f�hlte er sich als Teil der gro�n Gruppe von Hundehaltern. Naturmenschen eben. Unkompliziert, robust und bei Wind und Wetter unterwegs. Das hatte etwas zutiefst Urzeitliches. Der J�r, der mit dem gez�ten Wolf unterwegs war.

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