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Killervirus: Thriller - Brossura

Gerber, Rip

 
9783453434769: Killervirus: Thriller

Sinossi

Ein rasanter Wissenschaftsthriller von erschreckender Authentizität

Der Pharmakologe Ben Maxwell testet für die US-Zulassungsbehörde Medikamente. Als ein neues Herzpflaster patentiert werden soll, ist dies für ihn eigentlich reine Routine. Bis die Probanden reihenweise sterben und nichtsdestotrotz massiver Druck von oben kommt, das Pflaster schnellstens zu genehmigen. Ben wird misstrauisch und stellt Nachforschungen an – die ihn und seinen Sohn ins Visier einer skrupellosen Organisation bringen, die über Leichen geht …

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Informazioni sull'autore

Rip Gerber, geboren 1962 in Washington, ist Diplom-Biochemiker. Er arbeitete zunächst beim CIA, dann zwanzig Jahre lang in der High-Tech Branche. Sein erstes Werk wurde im "Virginia Literary Review" veröffentlicht. Sein Debütroman Pharma ist ebenfalls bei Heyne erschienen. Rip Gerber ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Estratto. © Ristampato con autorizzazione. Tutti i diritti riservati.

PROLOG
DIENSTAG, 8. FEBRUAR 2011
03:32 UHR
EINE EINSAME LANDSTRASSE, SÜDLICH VON ATLANTA, GEORGIA
Dr. Allan Low, Leiter der Abteilung Molekularphysik beim Armed Forces Institute of Pathology, lag schwer atmend vierzig Meilen südlich von Atlanta auf dem Asphalt und hörte außer dem tiefen Grummeln zweier im Leerlauf vor sich hintuckernder Automotoren das vielstimmige Zirpen unzähliger Grillen.
»Warum tun Sie mir das an?«, fragte er den Mann im weiten, schwarzen Kapuzensweater, der sich im Licht der Scheinwerfer über ihn beugte. »Ihr habt, was ihr wolltet, also lasst mich doch gehen.«
»Die Wege des Herrn sind unergründlich«, erwiderte der Mann mit einer tiefen, aber irgendwie hohl klingenden Stimme. Low konnte sein Gesicht nicht erkennen, weil er sich die Kapuze tief in die Stirn gezogen hatte. In seiner Hand blitzte etwas Dünnes, Spitzes auf.
»Was habe ich denn falsch gemacht?«, schrie Low in Todesangst. »Ich war Ihnen immer ein treuer Diener. Gott ist mein Zeuge.«
Der Mann schüttelte langsam den Kopf und hielt Low mit einer mageren, langfingrigen Hand den Mund zu. »Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch«, sagte er und senkte die Stimme zu einem scharfen, schneidenden
Flüstern. »Den Segen, so ihr gehorchet, den Geboten des HERRN, den Fluch, so ihr andern Göttern nachwandelt, die ihr nicht kennt. Sie sind anderen Göttern nachgewandelt, Dr. Low, das wissen Sie genau.«
Der Wissenschaftler wollte etwas erwidern, brachte aber nur ein leises, ersticktes Krächzen hervor. Der Mann presste ihm noch immer die Hand aufs Gesicht, die harten, kalten Finger drückten sich wie die Backen eines Schraubstocks in seine Augenhöhlen und gegen sein Nasenbein. Low spürte einen stechenden Schmerz, hörte ein grässliches Knacken, als sein linkes Jochbein brach, und verlor das Bewusstsein. Seine Kinnlade klappte nach unten, und seine Glieder wurden schlaff.
Der Mann senkte die rechte Hand und stach mit der silbern glänzenden Nähnadel, in die ein schwarzer Faden eingefädelt war, dem Sterbenden durch die Oberlippe. »Siehe, so will ich allerlei Ungeziefer lassen kommen über dich«, zitierte er mit leiser Stimme und machte sich daran, sein grausiges Werk zu vollenden.

AUSBRUCH
FREITAG, 1. JULi 2011
22:27 UHR
WASHINGTON, DC
Ein gellender Feuerstoß knatterte durch das Doppelzimmer im neunten Stock des Watergate Hotels. Dr. Ben Maxwell wachte mit einem Ruck auf und griff nach dem Treatment, über dessen Lektüre er vor ein paar Minuten eingenickt war und das immer noch aufgeschlagen neben ihm lag. Verschlafen blinzelte er zum Zifferblatt des Weckers auf seinem Nachttisch hinüber. Es war kurz vor halb elf.
»Hat gerade mein Handy geklingelt?«, fragte er mit einem lauten Gähnen, während er sich im Bett aufsetzte und mit beiden Händen nach seinem Mobiltelefon tastete.
Auf der anderen Seite des Zimmers saß sein siebzehnjähriger Sohn Jack auf der Couch und ließ die mageren Beine wie nasse Socken über die Armlehne baumeln. Vor ihm auf dem Teppich lag eine leere Tüte Kartoffelchips. Jack hatte seine x-Box an den Fernseher angeschlossen und spielte bei voller Lautstärke »Counterstrike«. Hoch konzentriert starrte er auf den großen Flachbildschirm und jagte eine Salve nach der anderen aus seinem virtuellen Sturmgewehr.
»Kannst du das bitte leiser machen?«, fragte Ben.
Er sah auf den in roten Karton gebundenen Bericht neben sich auf der Bettdecke. Der war dreihundert Seiten stark, drei Zentimeter dick und enthielt einen Wust von Daten und Prüfungsergebnissen, die Bens Arbeitsgruppe für die Food and Drug Administration, die amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde, erarbeitet hatte.
Ben war in der Abteilung für Medizinische Hilfsmittel und Radiologie der verantwortliche Projektleiter für neu entwickelte Herzimplantate wie Schrittmacher oder künstliche Herzklappen, die vor ihrer Zulassung allen möglichen Tests unterzogen werden mussten. Dabei ging es nicht nur darum, dass die Implantate nicht gesundheitsschädlich waren, sie mussten darüber hinaus gegenüber den bisher für diese Indikation zur Verfügung stehenden Heilmitteln eine deutliche Verbesserung für die Patienten darstellen.
Die meisten Implantate winkte Ben nach einem sorgfältigen Studium der Unterlagen ohne größere Probleme durch - er hatte ein kompetentes Team von Mitarbeitern, auf dessen Untersuchungsergebnisse er sich verlassen konnte.
Bei dem Implantat, das in diesem Bericht abgehandelt wurde, lagen die Dinge etwas anders. Es war so wichtig, dass er sich selbst darum kümmern musste. Bens Mitarbeiter und eine Reihe von unabhängigen Labors hatten es allen nur erdenklichen Tests und Prüfungen unterzogen, die es alle mit Bravour gemeistert hatte. CardioPatch, so hieß das Implantat, war ein Wunderwerk der noch relativ jungen Wissenschaft der Biotechnologie: Ein hauchdünnes Stück Schweinehaut, das man in seiner Molekularstruktur mit einem höchst komplizierten, von mehreren Patenten gesicherten Verfahren gentechnisch verändert hatte. Auf diese Weise war es gelungen, dass es sich ohne die geringste Abstoßungsreaktion so gut mit menschlichem Gewebe verband, dass es von diesem praktisch nicht mehr zu unterscheiden war.
Das funktionierte, wie in unzähligen Tests bewiesen, so hervorragend, dass sich der Kardiologie dadurch vollkommen neue Therapiemöglichkeiten eröffneten.
Noch nie zuvor hatte es eine so einfache und wirkungsvolle Methode gegeben, um Defekte an der Aorta ascendens in der Nähe des Herzens von innen zu beheben: Mit einem in der Leistengegend in eine Arterie eingeführten Katheter, wie er in vielen Kliniken mittlerweile bei Routineherzoperationen verwendet wurde, brachte man das Pflaster in die Aorta und platzierte es an der gefährdeten Stelle, wo das gentechnisch veränderte Schweinegewebe in Rekordzeit anwuchs und von innen wie ein Flicken wirkte, mit dem man einen löchrig geworden Fahrradschlauch abdichtet. Der Patient, der nicht einmal eine Vollnarkose benötigte, konnte im Normalfall das Krankenhaus schon wenige Stunden nach der Operation wieder verlassen.
Ben ließ den Kopf auf das Kissen sinken und hielt sich das Konvolut in einem Abstand vor die Augen, in dem er das Titelblatt ohne Probleme lesen konnte. Seit gut einem Jahr bemerkte er nun schon, dass seine Augen schlechter wurden, aber er weigerte sich standhaft, zum Augenarzt zu gehen und sich eine Lesebrille verschreiben zu lassen. Das war etwas für alte Männer.
Jetzt musste er die Arme fast ganz durchstrecken, um das Etikett lesen zu können, das vorne auf dem Einband klebte:
Abschlussbericht über die Anwendung des medizinischen Hilfsmittels CardioPatch zur Behebung von Rissen in der Aorta ascendens (Aneurysma dissecans aortae) und der Behandlung von Persistierendem Foramen ovale
Erstellt von:
Abteilung für medizinische Implantate und Radiologie Dr. Ben Maxwell - Abteilungsleiter

1. Juli 2011 VIERTE VERSION US GESUNDHEITSMINISTERIUM Food and Drug Administration Rockville, Maryland 20850
Ein Bericht wie viele andere, die Ben in den fünf Jahren, die er nun schon für die FDA arbeitete, zusammengestellt hatte. Das einzig Ungewöhnliche daran war der neongelbe Postit-Zettel, auf den Bens direkte Vorgesetzte Nancy DeLuca eigenhändig geschrieben hatte: Bis spätestens Montag zu genehmigen.
Dieser Zettel war schuld daran, dass Ben sich Arbeit in seinen Kurzurlaub hatte mitnehmen müssen.
»Jack, würdest du jetzt gefälligst den Fernseher leiser machen?«
Eines der in einer verwaschenen Jeans steckenden Beine bewegte sich, und von dem Videospiel war nur noch ein gedämpftes Klicken zu hören.
»Leise genug?«, fragte der Junge. »Eigentlich dachte ich, alte Leute würden nicht mehr so gut hören.«
»Ich bin nicht alt, nur müde«, erwiderte Ben. In sein einstmals pechschwarzes Haar hatten sich in den letzten Jahren zwar immer mehr graue Strähnen geschlichen, und sein Körper war nicht mehr so rank und schlank wie der eines Dreißigjährigen, aber seine blauen Augen strahlten wie eh und je. Die jungen Kollegen in seiner Behörde nannten ihn liebevoll »Papa Maxwell« und glaubten, ihm gut gemeinte Tipps geben zu müssen. Er solle mit dem Rauchen aufhören, sich mehr bewegen, sich die Haare schneiden lassen, sich neue Klamotten kaufen und nicht mehr zwei unterschiedliche Socken anziehen. Die redeten sich leicht, dachte Ben. Er musste sich um anderes kümmern.
»Können wir kurz mal darüber reden, wie wir das morgen machen, Jack?«, fragte er seinen Sohn, der wieder vollkommen in sein Videospiel versunken war. »Ich dachte, wir könnten miteinander ins Smithsonian Institute gehen und
»Keine Lust.«
»Warum nicht?«
»Hab' ich dir doch vorhin schon erklärt.«
»Jack, könntest du bitte für ein paar Minuten dieses alberne Spiel abstellen? Ich möchte mit dir reden!«
»Gleich. Wenn ich den Level geschafft habe, okay?«
Ben seufzte leise. Es war nicht okay. Er hatte seinen Sohn über ein Jahr lang nicht gesehen, und seit er ihn vor drei Stunden vom Flughafen abgeholt hatte, waren sie miteinander umgegangen wie zwei Fremde. Ben hatte seinen Bericht gelesen, bis er darüber eingenickt war, und Jack war völlig in sein Computerspiel abgetaucht.
»Dann gehe ich jetzt mal unter die Dusche«, sagte Ben. »Ich muss morgen früh raus und diesen Bericht abgeben.«
»Tu, was du nicht lassen kannst«, antwortete Jack gleichgültig.
Ben ging ins Badezimmer und drehte die Dusche auf. Durch den Wasserstrahl hörte er, wie Jack draußen den Fernseher wieder lauter machte und knatterndes Maschinengewehrfeuer das Hotelzimmer erfüllte.
Morgen, wenn ich den Bericht abgegeben habe, kümmere ich mich um Jack, dachte Ben, während er sich das heiße Wasser über die Schultern rinnen ließ. »Morgen wird es bestimmt besser mit uns.«

23:26 UHR
PEMBROKE, VIRGINIA
»Jetzt reicht's, Meg!«, knurrte Sheriff Stu Paxton und schaltete das Blaulicht an se...

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