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Raus mit der Sprache: Ohne Redeangst durchs Studium - Brossura

Libro 7 di 7: campus concret

Steinbuch, Ursula

 
9783593360713: Raus mit der Sprache: Ohne Redeangst durchs Studium

Sinossi

Studierende mit Redeangst finden in diesem Ratgeber ein Trainingsprogramm, das ihnen hilft, ihre Hemmungen zu überwinden. Die Autorin kombiniert Entspannungstraining, kognitive Bewältigungsstrategien und praktische Übungen mit konkreten Tips für die Vorbereitung von Diskussionsbeiträgen, Referaten und Prüfungen.

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Ansatzpunkte für Veränderung
Reden in (fremden, großen) Gruppen ist immer mit einem gewissen Maß an Anspannung verbunden. Wenn diese jedoch nicht als normale Streßreaktion auf die Situation des Redens erlebt wird, sondern als Befürchtung, der Situation nicht gewachsen zu sein, dann ist die Anspannung ein Hauptmerkmal der Redeangst.
Untersuchungen, in denen Redeängstliche mit Nicht-Redeängstlichen verglichen wurden, haben gezeigt, daß beide Gruppen sich nicht in ihren körperlichen Reaktionen unterschieden, jedoch in der Interpretation derselben. Ein Nicht-Redeängstlicher sagt sich: "Ich bin jetzt aufgeregt, das ist okay, denn ich will ja auch gleich etwas Wichtiges sagen/fragen." Beim Redeängstlichen hingegen ist der innere Dialog von Befürchtungen geprägt, den Erwartungen nicht zu genügen und sich in der einen oder anderen Weise zu blamieren.
Das zweite Hauptmerkmal der Redeangst sind also die Befürchtungen, in einer exponierten Situation zu versagen.
Damit haben wir die beiden Ansatzpunkte für Veränderung:
Wir setzen einmal bei der Anspannung an, die man mit gezielten Entspannungsübungen vermindern kann, zum anderen bei den selbstwertbedrohenden Befürchtungen, die sich in realitätsangemessene Selbstaussagen umformulieren lassen. Bei intensiver Praxis entsteht im Laufe der Zeit eine veränderte innere Haltung und Einstellung zu Herausforderungen wie Redebeiträgen und Referaten.
Wie Sie das im einzelnen erreichen können, zeigen Ihnen die beiden folgenden Kapitel. Damit sollte auch deutlich geworden sein, daß es nicht darum geht, erst einmal die Angst zu unterdrücken oder loszuwerden und dann zu reden, sondern das Ziel ist, mitsamt der Angst zu reden und sie mittels Übung und Erfahrung allmählich abzubauen.
aus: 2. Ansatzpunkte für Veränderung
Schüchternheit als Ausrede
Bei Partys stehen sie schweigend in den Ecken herum und halten sich an ihrem Weinglas fest. Wenn der Chef beim Betriebsfest sie mit lauten Hallo begrüßt, möchten sie am liebsten Reißaus nehmen. Bei Bewerbungsgesprächen oder beim Rendezvous fällt ihnen gewöhnlich erst hinterher ein, was sie eigentlich sagen wollten. Sie leiden sehr - die Schüchternen.
Die Erforscher der Schüchternheit - oder der sozialen Angst, wie sie es nennen - sind der Ansicht, daß schüchterne Menschen ihre Fähigkeiten, mit anderen umzugehen, unterschätzen. In Gesellschaft sind sie befangen, weil sie sich in Gedanken dauernd damit beschäftigen, welchen Eindruck sie auf die Anwesenden machen.
Legen Sie sich jetzt fest, in welcher Situation Sie Ihre erste Aufgabe durchführen wollen, und zwar nach folgendem Schema:
Wo z.B. Freundeskreis
Wann genaue Zeitangabe
Was Vorlesen eines Abschnitts aus einem Zeitungsartikel
Außerhalb des Redetrainings ist mehr Eigeninitiative erforderlich, weil der feststehende Teilnehmerkreis, der festgelegte Zeitpunkt und die Anleitung durch den Übungsleiter nicht vorgegeben sind, sondern selbst organisiert werden müssen. Allerdings hat ein Kurs in erster Linie Anregungsfunktionen. Die eigentliche Arbeit - die "Hausaufgaben" zwischen den Sitzungen - leistet auch da jeder einzelne vor Ort nach seinen Gegebenheiten.
Das primäre Ziel ist, daß Sie die Aufgabe ausführen, das Wie ist dem nachgeordnet. Wenn Sie sich der Aufgabe gestellt haben, anstatt sie wie bisher zu vermeiden, sollten Sie sich das auch uneingeschränkt honorieren und erst beim zweiten Hinschauen registrieren, was Ihnen gefallen hat und was noch verbesserungsbedürftig ist. Wenn Sie sogleich mit harscher Selbstkritik bei der Hand sind, lassen Sie den Fortschritt, daß Sie reden statt schweigen, unter den Tisch fallen, und Sie nehmen sich den Elan zum Weitermachen.
Für den Fall, daß Sie trotz guter Vorbereitung geschwiegen haben, sollten Sie sich das nicht übelnehmen. Analysieren Sie statt dessen sorgfältig, wie Sie sich am Reden gehindert haben, schreiben Sie die Gedanken auf, debattieren Sie anhand der bekannten drei Fragen, und formulieren Sie eine positive Alternative.
Erst wenn Sie die erste Aufgabe absolviert haben, sollten Sie zur nächsten weitergehen. Es wäre wünschenswert, daß sie jede Woche einen Lernschritt machen.

aus Kapitel 5: Die Lernschritte

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