Da: Antiquariat am Münster G. u. O. Lowig, Heilsbronn, DE, Germania
EUR 7,50
Quantità: 1 disponibili
Aggiungi al carrelloSoftcover. Condizione: Gut bis sehr gut. Autor/in: Johannes Wallmann Titel: 2 Bücher evangelische Kirchengeschichte --- 1. Kirchengeschichte Deutschlands seit der Reformation --- 2. F. W. Kantzenbauer - Der weg der evangelischen Kirche vom 19. zum 20. Jahrhundert - Evangelische Enzyklopädie Preis: 6,50 ISBN: 3825213552 (ISBN-13: 9783825213558) Zustand: leichte Gebrauchsspuren Verlag: UTB Format: 19 cm Seiten: 351/244 Gewicht: 450 g Einband: Taschenbuch Sprache: Deutsch Beschreibung: beide Bücher gering bestossen, berieben - Schnitt etwas angestaubt Verlagstext: Erster Abschnitt: Die Reformation in Deutschland "Reformation der Kirche" - dieser Kampfruf stammt nicht aus der Bewegung, die mit demWittenberger Augustinermönch Martin Luther und seinen 95 Thesen begann und im 16. Jahrhundert in Deutschland und vielen europäischen Ländern zu einer grundlegenden Neugestaltung der Kirche und zum Abfall von Rom führte. "Reformation der Kirche" - dies war die Parole der Reformbewegung des frühen 15. Jahrhunderts. Jener Bewegung, die auf den Konzilien von Konstanz (1414-1418) und Basel (1431-1449) zugleich mit der Überwindung des Schismas zwischen Rom und Avignon auch eine Erneuerung der Kirche an Haupt und Gliedern, eine "reformatio ecclesiae in capite et membris" erreichen wollte. Aber die große kirchliche Reformbewegung des Spätmittelalters war gescheitert. Der Versuch der auf dem Konzil von Basel repräsentierten abendländischen Gesamtkirche, eine universale, die ganze europäische Christenheit und das gesamte geistliche und weltliche Leben umfassende Reformation insWerk zu setzen, wurde von Rom vereitelt. Denn durch die Reformation wäre das Papsttum aus seiner monarchischen Stellung verdrängt und das Konzil als höchste kirchliche Gewalt über das Papsttum gestellt worden. Indem das Papsttum den Angriff auf seine Machtstellung abschlug und den Konziliarismus verdammte, trug es den Gedanken der Reformation der Kirche mit zu Grabe. Für das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vollends verweltlichte Renaissancepapsttum, dessen Interessen sich ganz auf seinen italienischen Kirchenstaat richten, ist das Thema "Reformation der Kirche" von der Tagesordnung verschwunden. Daß es im frühen 16. Jahrhundert wieder auftaucht und nun zur Parole einer die Einheit der abendländischen Christenheit spaltenden kirchlichen Revolution wird, geht nicht zuletzt auf die Versäumnisse und Fehlschläge des Konzilsjahrhunderts zurück. Die konziliare Reformbewegung des 15. Jahrhunderts war eine gesamteuropäische Bewegung gewesen. Ihr geistiges Zentrum lag in der Universität Paris. Die Reformation des 16. Jahrhunderts ist im Ansatz keine gesamteuropäische Bewegung mehr, sie geht allein von Deutschland, von einer recht unbedeutenden deutschen Provinz- 2 universität aus. Das hat seinen Hauptgrund in der letztlich unableitbaren Tatsache des Auftretens von Martin Luther. Aber niemals hätten Luthers 95 Thesen eine reformatorische Bewegung in Deutschland hervorrufen können, wenn nicht gerade hier das Verlangen nach der Reformation der Kirche so lebendig geblieben wäre wie in keinem anderen Land. DieWiederherstellung seiner Macht in der Mitte des 15. Jahrhunderts hatte das Papsttum mit großen Zugeständnissen an die europäischen Mächte erkauft. Es mußte zusehen, wie Frankreich in der Pragmatischen Sanktion von Bourges (1438) seine gallikanischen Freiheiten gegenüber Rom proklamierte, die Reformdekrete des Basler Konzils übernahm, die französische Kirche ganz dem kurialen Einfluß entzog. Noch unmittelbar vor Ausbruch der deutschen Reformation hat Rom im Konkordat mit Frankreich (1516) dessen nationalkirchliche Freiheiten anerkennen müssen. Auch die beiden anderen großen Nationen Westeuropas, England und Spanien, hatten sich ein hohes Maß von Selbständigkeit gegenüber Rom erkämpft, waren auf dem Wege, die katholische Kirche in den Staat einzuordnen. Nur in Deutschland, das durch die Tradition des Heiligen Römischen Reichs besonders eng mit Rom verbunden war, hat das Papsttum seinen Einfluß wiedergewinnen und in.