Reineccius georg (2 risultati)
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Aggiungi al carrelloHalae Magdeb., Literis Chr. Henckelii, 1701, Kl.4°, 42, (8) pp., orig. Broschur. Erste Ausgabe! "In seiner Schrift De differentia rationis et ratiocinationis et actionum, quae per et secundum utrumgue horum actuum fiunt in negotio vitali et animali (Halle 1701), deren Titel man auch übersetzen kann als "Von dem Unterschied zwisc…hen Vernunft (Logos) und vernunftgemäßer Intelligenz", hebt Ernst Georg STAHL (1659-1) hervor, daß das rationale Handeln der Seele nicht gleichzusetzen sei mit einem Vernunftbegriff, der diese Fähigkeit allein auf überprüfbare Logik zurückführe. Es wäre überhaupt ein Denkfehler, Rationalität ausschließlich im menschlichen Vermögen der Vernunft ansiedeln zu wollen. STAHL betonte: Für viele Menschen scheint es sowieso unmöglich, den Unterschied zu erkennen zwischen Handlungen, die man wahrhaftig rational nennen kann, und denjenigen, die sie als rational definieren wollen, weil sie den Regeln logischer Denkungsart entsprächen. Weiterhin scheint es ihnen unmöglich zu begreifen, daß die Seele in allen ihren Handlungen - immerhin bekennt man sich zu ihr als rational - etwas anderes zu vollbringen vermag, als es die Vernunft vorschreibt, und daß rationale Handlungen nicht unbedingt ihren Ursprung im Verstand haben müssen. Es gab für STAHL in den Bewegungen des Körperlichen (sowohl den "unbewußten" physiologischen Vorgängen wie den eigentlichen Bewegungen) eine eigene Logik, eine Rationalität, die nicht der Vernunft unterstand. Die Aufklärungsphilosophie postulierte hingegen, daß vernünftiges Handeln nur aus der Vernunft herzuleiten sei: Außerhalb der Vernunft gebe es zwar andere Quellen der Wahrnehmung oder der Motivation, so etwa den Willen oder die Leidenschaften, diese aber "verdunkeln" die Vernunft. Dieses Zuständigkeitsdenken der Vernunft ist der Aufklärungsphilosophie und auch der "neuen" Naturwissenschaft eigen, es ist geradezu das Fundament ihrer "modernen" Emanzipation aus "selbstverschuldetem Unwissen". STAHL betonte das "Organische", weil er der Medizin ein von der newtonischen Physik zu unterscheidendes Erkenntisinteresse nahelegen wollte. Er war überzeugt, der Mensch sei angewiesen auf synergetische Prozesse, die im Körper, in der Seele, oder im Grenzbereich zwischen beiden, in den Sinneswahrnehmungen oder Gefühlen ihren Ausgang nahmen. Dies erlaubte es, seelische und natürliche Intelligenz als Einheit zu sehen und machte es mehr als plausibel, daß Empfindung und Einbildungskraft gleichrangig mit der Vernunft anzuerkennen seien." Johanna Geyer-Kordesch, Stahl - Leben und seine medizinische Theorie. Acta historica Leopoldina Nr. 30 (2000), pp.33-48.

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